In diesen Mauern steckt jede Menge Europa

Von: Stefan Herrmann
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Eine Torte zum Umzug ins Grashaus: Winfried Brömmel, Dieter Begaß (Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung und europäische Angelegenheiten), OB Marcel Philipp, Andreas Düspohl (Leiter des Grashauses), Dr. Stephan Koppelberg (Leiter EU-Kommissionsvertretung in Bonn), Bernd Vincken und Dr. Jürgen Linden (Karlspreisstiftung, v.l.) Foto: Andreas Steindl

Aachen. Noch etwas unscheinbar flattern die drei blauen Ballons mit dem Sternenkreis der europäischen Flagge im frischen Januarwind am Eingangstor des Grashauses. Drinnen dagegen nimmt Europa seit wenigen Tagen richtig Fahrt auf. Mit dem Europe-Direct-Informationsbüro Aachen und der Karlspreisstiftung sind die ersten Nutzer ins historische Gebäude am Fischmarkt eingezogen.

Nach anderthalbjähriger Bauzeit kehrt damit wieder richtig Leben ins Grashaus ein – hinter Dom und Rathaus immerhin Nummer 3 auf der Aachener Denkmalliste. Als einen „Riesenschritt“ bezeichnete Oberbürgermeister Marcel Philipp am Donnerstag vor zahlreichen Gästen die Eröffnung der Informations- und Büroräume im Herzen der Stadt. Umzugskartons und fehlende Holzleisten zeugen zwar ebenso wie der Geruch des frischen Parketts davon, dass die Handwerker noch an den letzten Details feilen. Die Freude über das nun entstandene Kleinod konnte dies aber an diesem Abend in keiner Weise trüben.

Das Grashaus tritt damit seine Aufgabe als „Station Europa“ im Rahmen der Route Charlemagne an. Im Frühjahr folgt das „Europäische Klassenzimmer“ mit innovativen und interaktiven Ausstellungs- und Medienbereichen. Das Grashaus soll dann vor allem junge Menschen ansprechen. „Wir werden an diesem Ort noch besser sichtbar mit dem Thema Europa, ein identitätsstiftendes Merkmal unserer Stadt“, ist sich Philipp sicher.

Klein, aber fein

Das Europe-Direct-Büro war zuletzt im Haus Löwenstein am Markt beheimatet. Dort eher provisorisch untergebracht, präsentiert es sich in dem rundsanierten Gebäude, das 1267 als erstes Rathaus Aachens eingeweiht wurde, in frischem Gewand. Und Europe Direct hat gleich doppelten Grund zur Freude, feiert das Büro in diesen Tagen doch seinen zehnten Geburtstag in Aachen. „Es ist perfekt!“, freut sich denn auch Winfried Brömmel, Leiter des Büros. Sein Job ist es, Menschen die Arbeit und die Institutionen der EU näherzubringen. Mit Erfolg: 300 Beratungen und 50 Informationsstände und Veranstaltungen stemmen die Mitarbeiter dafür pro Jahr. Tausende Schüler lernen mit Europe Direct, was es bedeutet, in einem freien und friedlichen Europa zu leben – und welche Anstrengungen dafür unternommen werden müssen. Als klein, aber fein kann man die Räume beschreiben. Zahlreiche Infobroschüren warten auf die Besucher.

Nicht lange überlegen mussten Dr. Jürgen Linden, Sprecher des Karlspreisdirektoriums, und Bernd Vincken, Geschäftsführer der Karlspreisstiftung, von der Theaterstraße ins Grashaus zu ziehen. „Es ist ein symbolträchtiger Ort“, sagte Linden. Ein Ort, an den die Stiftung mit ihrer Arbeit für Europa hervorragend passe. Der Tenor von Linden und Vincken lautete daher: Die Karlspreisverleihung an EU-Ratspräsident Martin Schulz im Mai kann kommen.

Bis dahin soll dann auch die obere Etage des Grashauses mit seinen auf junge Menschen ausgerichteten Angeboten fertig sein, hofft der Leiter des Grashauses, Andreas Düspohl. Das Schmuckstück im Pfalzbezirk beweist aber schon jetzt: An diesem historischen Ort wird Europa gelebt.

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