In der Viertelschule fallen Sprünge leichter

Von: Christoph Classen und Thorsten Karbach
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Aachen. Gemeinsam sind sie stärker - das haben Manfred Paul, Herbert Strohmayer und Klaus Becker in den letzten Wochen mehrfach erlebt. Die Leiter der Hauptschule Aretzstraße, der Hugo-Junkers-Realschule und des Geschwister-Scholl-Gymnasium haben viele Stunden miteinander verbracht und das Konzept für den neuen Schulverband Aachen-Ost niedergeschrieben.

Sie haben Ideen für ein Modell entwickelt, das sie gerne als Viertelschule bezeichnen. Sie sprechen von einer gemeinsamen Identität, von Durchlässigkeit und Perspektiven. Ihr Konzept haben sie gestern im Schulausschuss vorgestellt, dafür gab es dann auch reichlich Lob aus allen Fraktionen. Im Sommer geht der neue Schulverband dann an den Start.

Es hatte viel Wirbel um dieses Schulmodell gegeben. Die Schulleiter wollen keine alte Geschichte aufwärmen. Nur so viel: Sie sprachen schon länger über eine Zusammenarbeit, dann kam ein schwarz-rot-grünes Bildungsbündnis auf die Idee, alle drei Schulen zu schließen und eine vierte Gesamtschule ins Leben zu rufen.

Verunsicherung und Protest waren groß, die Schulen fühlten sich überrumpelt. Die Pläne scheiterten am Veto des Regierungspräsidenten, stattdessen wurde der neuartige Schulverband ausgerufen. Wenn die Schulleiter jetzt von ihrer Zusammenarbeit erzählen, dann hinterlassen sie rasch den Eindruck, dass sie ohnehin genau diese Kooperation im Sinn hatten. „Viele Ideen hatte wir doch vorher schon”, sagt Becker.

Französisch als Brücke

Schon jetzt wechseln die Schüler bevorzugt zwischen den Schulen im Viertel. Der Sprung von der Aretzstraße an die Hugo-Junkers-Realschule oder weiter auf das GSG wird durch die überall angebotene zweite Fremdsprache Französisch erleichtert. Der Kontakt zwischen Schülern, Lehrern und Eltern hat sich nicht zuletzt beim gemeinsamen Kampf für den Erhalt der drei Schulen verstärkt. Die ersten Schritte hin zu einer gemeinsamen Identität sind also gegangen. Nun müssen auch formal (Wahl eines Beirates) noch letzte kleine Hürden genommen werden. Doch die Schulleiter sprechen lieber über das, was sie inhaltlich vorhaben.

In gemeinsamen Fachkonferenzen werden sie die Unterrichtsinhalte aufeinander abstimmen, um den Schulwechsel innerhalb des Verbandes zu erleichtern. Auch die Methodik wird sich in Zukunft ähneln. Und in einem weiteren Schritt sollen die Stundenpläne so angelegt sein, dass Schüler auch Kurse an anderen Schulen besuchen können. „In unserem Konzept steckt eine Menge Pädagogik”, sagt Paul. „Die Kinder in diesem Viertel brauchen das beste pädagogische Profil und die besten Schulen der Stadt.”

Überschaubare Systeme

Innerhalb des Verbandes sollen drei überschaubare Systeme erhalten bleiben. „So schaffen wir Perspektiven. In einer großen Gesamtschule wären unsere Kinder doch verlorengegangen”, sagt Paul. Die Stärken der jeweiligen Schulen werden fortan von allen genutzt - etwa die Erfahrungen der Aretzstraße in Sachen Berufsorientierung. Dort wird dann jeden Freitag ein Berufsorientierungstag für alle Schüler des Verbandes organisiert.

Und dann wäre da noch etwas: Ein gemeinsames Fest im Kennedypark ist gewiss - das finden mit Sicherheit auch die Schüler stark.
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