In der Soers geht die Reise zurück ins Mittelalter

Von: Marie Eckert
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Auf Tuchfühlung mit dem Wüstenbussard von Detlev Kerkmann: Auch Sabine Reiß und Sohn Maximilian staunten beim großen Mittelalterfest auf der restaurierten Burg Soerser Haus. Foto: Andreas Schmitter
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Zeitreise: Nils der Gaukler zug die Besucher des Festes mit seinen Jonglage-Einlagen und Zaubertricks in seinen Bann. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Flammkuchen, Spielleute und Bogenturnier: Wenn mitten in der Soers die Ritter ihre Lager aufschlagen, Gaukler und Hexen unterwegs sind und Turniere zu Pferd und mit Bogen ausgefochten werden – dann kann das nur auf ein Mittelalterspektakel der Burg Soerser hindeuten.

Nach dem Ostermarkt gab’s am langen Wochenende nun das mittelalterliche Herbstreitturnier, bei dem zwölf ritterliche Lagergruppen und 20 Händler zu Gast waren.

Und weil zu einem Reitturnier eben Pferde gehören, waren die die Kranenburger Turmreiter mit von der Partie, eine Reiterei aus der Nähe von Kleve am Niederrhein. Drei Pferde hatten sie mit dabei, Blikkar, Caschmir und die Gräfin – die beiden ersteren übrigens keine Neulinge in der Soers.

Eigentlich sollten sie samt ihren Reitern schon bei der Eröffnungsfeier des diesjährigen CHIO mitreiten, Blikkars stattliche Körpergröße machte allerdings einen Strich durch die Rechnung. Die Verantwortlichen befanden nämlich, dass das große, kräftige Pferd alle anderen zu klein aussehen ließe. Dafür ritt er nun sichtlich zufrieden beim Herbstturnier in verschiedenen mittelalterlichen Disziplinen und stand den Kindern fürs „Pony“reiten zur Verfügung.

Zum feierlichen Einzug der Lager und Händler versammelten sich Gaukler, Hexen, Ritter, Spielleute, Bogenschützen und Musiker im Hof der Burg und stellten sich dem Volke vor – um es mit mittelalterlichen Worten zu sagen. Saitentanz, Kupfergold und Spielmannsfeuer sorgten für die musikalische Untermalung, Nils der Gaukler zog die Zuschauer mit Jonglage-Einlagen und kleinen Zaubertricks an.

Auch tierische Gäste und Bewohner waren auf der Burg anzutreffen: Falkner Detlev Kerkmann war mit zwei Wüstenbussarden angereist, die Ponys Mira und Blacky und die Esel Emil und Molly gehören zur Burg und warteten in ihrem Gehege auf Streicheleinheiten und vielleicht auch auf das ein oder andere Leckerchen.

Neben allerlei Schmuck, Holzschwertern, kulinarischen Köstlichkeiten und darstellendem Handwerk – unter anderem führte ein Seiler seine Kunst vor – gab’s auch Kinderschminken, Haare-flechten, Ringewerfen und für alle, die sich trauten, eine geheimnisvolle Orakeley.

Und während im Ritterlager geschnitzt, gekocht und Holz gehackt wurde, war auf der anderen Seite der Burg ein Bogenturnier in vollem Gange. Dazu der Duft von Flammkuchen und Lachs, gewandete Spielleute und Besucher und Musik mit Dudelsäcken und Trommeln – das mittelalterliche Flair auf dem Gelände der hochmittelalterlichen Wasserburg war perfekt.

Erst im März feierte die Burg ihre Wiedereröffnung, zuvor war sie rund 20 Jahre lang für die Öffentlichkeit geschlossen. Verantwortlich dafür ist der Verein „Burg Soerser Haus“, der sich seit Ende des vergangenen Jahres um die Renovierung des mittelalterlichen Gebäudes kümmert.

Christopher Schmidt ist Schatzmeister und Schriftführer des Vereins und war in gleich mehreren Funktionen auf dem Fest unterwegs: Zum einen als Vereinsmitglied, zum anderen als Herold, ein Ansager der Burg, der sich darum kümmert, dass das Programm rund abläuft, und außerdem noch als Hofgelehrter „Erasmus von Soers“.

Und ganz nach dem Motto „Nach dem Fest ist vor dem Fest“ stecken er und die anderen Vereinsmitglieder schon wieder voll und ganz in den Planungen fürs kommende Jahr – schließlich soll auch beim nächsten mittelalterlichen Ostermarkt wieder eine bunte Mischung von Rittern und Händlern in der Soers gastieren.

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