Aachen - In der Ottostraße kann jeder Künstler sein

In der Ottostraße kann jeder Künstler sein

Von: Tim Habicht
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Schmucklose Mauer wird zum Freiluftatelier: Bürger gestalten ihre Umgebung in der Ottostraße. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Viele Passanten wundern sich, was derzeit auf der Ottostraße passiert. Dort steht ein großes Wohnmobil, auf einem langen Tisch vor der Mauer liegen Pinsel und weiteres Werkzeug und zu allem Überfluss bemalen Kinder und Erwachsene gemeinsam die schon lange nicht mehr hässliche Mauer der Tuchfabrik.

Das Kunstwerkstattmobil von Sebastian Schmidt, der bereits am Gymnasium St. Leonhardt eine Bank aus vielen kleinen Mosaiken oder ein riesiges Bild an der Offenen Tür Josefshaus mit vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern kreierte, ist zu Gast und verschönert jetzt die Otto-straße. Getreu dem Motto: Jeder kann ein Künstler sein.

In einer Kooperation zwischen dem Kunstwerkstattmobil und dem Stadttbüro Aachen-Nord ist die Idee zur Verschönerung der Ottostraße entstanden. Nicole Meyr, die im Stadtbüro Aachen-Nord arbeitet, erzählt: „Die lange hässliche Mauer liegt auf meinem Arbeitsweg. Ich habe mir gedacht, da kann man doch etwas machen. Gemeinsam mit Sebastian Schmidt ist die Idee vom Freiluftatelier dann ziemlich schnell entstanden.“

Schmidt ist bereits seit fünf Jahren in ganz Deutschland unterwegs und möchte mit seinem Projekt den öffentlichen Raum verschönern und aufwerten. „Jeder Mensch hat das Bedürfnis, Zeichen zu hinterlassen. Aber das ist im öffentlichen Raum verboten. Dabei gibt es so viele Flächen, die einfach nur hässlich sind“, beschreibt Schmidt. Durch sein Projekt möchte der Künstler einen Rahmen für diese Kreativität schaffen. „Dabei entstehen immer wieder fantastische Sachen“, so Schmidt.

Ein tolles Bild gibt auch die Mauer der Tuchfabrik in der Otto-straße inzwischen ab. Rund 20 Helferinnen und Helfer haben sich dazu entschlossen, an dem riesigen Wandgemälde mitzuwirken. Dabei sind kleine Kinder, Studenten aber auch ältere Menschen. Jeder kommt und hilft mit, wenn er Zeit hat. Einer von ihnen ist Axel Sixt. „Ich finde die Initiative einfach super. Es macht richtig viel Spaß. Ich bin dabei, weil man hier selbst etwas bewegen kann und interessante neue Leute kennenlernt“, sagt Sixt. Schmunzelnd fügt er hinzu: „Ich ziehe leider demnächst aus der Ottostraße weg. Hätte das Projekt hier einen Monat früher angefangen, wäre ich bestimmt nicht aus der Straße weggezogen.“

Am kommenden Samstag wird das Wandgemälde, dessen Motive von allen Malerinnen und Malern im gemeinsamen Konsens erstellt wurden, im Rahmen des Rehmplatz-Picknicks vorgestellt. „Das Picknick findet zum zweiten Mal statt und da passt es natürlich super, dass wir die Einweihung der bemalten Mauer hinzufügen können. Genau diesen Synergie-Effekt wollen wir erzeugen. Wir wollen Menschen zusammenbringen und den Leuten in Aachen-Nord zeigen, dass sie selbst aktiv an der Umgestaltung und Verschönerung des Stadtteils mitmachen können“, sagt Meyr. Die finanziellen Mittel für das Freiluftatelier werden durch den Verfügungsfonds „Soziale Stadt Aachen-Nord“ der Stadt Aachen bereitgestellt. Weitere Projekte sind angedacht.

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