In der Klapperjaaß et Tüürelüelissje saß

Von: Svenja Pesch
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Klingender Singsang: Die Kinder aus der Kita Horbach setzen sich mit dem Öcher Liedgut auseinander. Foto: Kurt Bauer

Horbach. Die Stimmbänder sind geölt, die Haltung ist gerade und die Stimmung super. Jetzt muss nur noch der erste Ton auf dem Klavier ertönen, dann geht es endlich los. Die ersten Akkorde ertönen, es singen 45 Kinder der Kita St. Heinrich ein Lied auf Öcher Platt.

Moment, Öcher Platt? Ist der für nicht Aachener fremdsprachig klingende Singsang nicht eher bei den Omas und Opas der Kleinen bekannt? „Oh, nein“, erwidert Annegret Brauers energisch. „Die Kinder kennen eine Menge Öcher Platt-Lieder und haben großen Spaß daran.“ Brauers und Helmut Schlicher besuchen seit 2011 im Rahmen des Projektes „Unser Dorf hat Zukunft“ die Schulen und Kitas in Horbach, um den Kindern Öcher Liedgut beizubringen und das Platt weiterzutragen. Sowohl Brauers als auch Schlicher sind Mitglied in Chören und wollten nicht nur „rumsitzen“, wie Schlicher lachend erzählt, sondern sie möchten etwas tun. „Wir wollen den Nachwuchs motivieren und die Kinder früh an die Musik heranführen. Und über die Kleinen können wir auch die Eltern erreichen, die dann vielleicht auch selber Lust haben, sich in einem Chor umzuschauen und mitzumachen“, sagt Schlicher.

Doch bevor es losgeht, wird sich erst mal warmgesungen. Und schon beim Betreten des Gemeinschaftsraumes merkt man, dass die beiden absolut dazugehören. „Singen wir gleich das „Tüürelürelissje“, oder „De Hotmannspief?“. Die Kleinen wissen genau, wovon sie sprechen, denn neben dem Gesang werden die einzelnen Lieder auch im Kita-Alltag behandelt, wie Leiterin Nathalie Séronveau betont: „Zu den jeweiligen Stücken erklären wir natürlich auch immer die Geschichten. Dann basteln oder malen wir dementsprechend eine Art Collage, die wie im Beispiel mit der Hotmannspief jede einzelne Strophe erklärt.“ Da ist es auch nicht verwunderlich, dass bei Nachfragen die Antworten wie aus der Pistole geschossen kommen. „Kengerföttche?“ Was bei vielen jungen Aachenern für Mutmaßungen von Tierpfote bis Kinderhand reicht, ist für Clara, Finn und die anderen jungen Sänger eine ganz klare Sache: Ein „Kengerföttche“ ist ein Kinderpopo. Natürlich. Schlicher und Brauers schmunzeln immer wieder, wenn sie die Kita besuchen, denn die Begeisterung und Motivation ist einfach ansteckend.

Am Ende jeder Gesangseinheit fällt das Abschied nehmen vor allem den Kleinen ganz schön schwer. Aber die Beiden versichern ihnen immer: „Vür komme wier, bes op en anger Kiehr!“. Und die Kleinen wissen genau, wovon sie sprechen.

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