Korenlimünster - In den nächsten Tagen dreht sich alles um das Schweißtuch Jesu

In den nächsten Tagen dreht sich alles um das Schweißtuch Jesu

Von: Carolin Kruff
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Abt Friedhelm Tissen zeigt das Schürztuch, das sich Jesus laut Neuem Testament einen Tag vor seiner Kreuzigung beim letzten Abendmahl umband, bevor er seinen Aposteln die Füße wusch. Foto: Andreas Herrmann
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Sieben Jahre werden die drei Heiligtümer in diesem Schrein in Kornelimünster aufbewahrt. Foto: Andreas Herrmann

Korenlimünster. Ganz Aachen steht im Zeichen der Heiligtumsfahrt. Ganz Aachen und jetzt in besonderem Maße auch der Stadtteil Kornelimünster, welcher ebenfalls seit der Gründung des Indestädtchens vor 1200 Jahren durch Benedikt von Aniane einen Reliquienschatz sein Eigen nennen darf.

Mehr als 10.000 Pilger aus aller Welt erwartet der mittelalterliche Wallfahrtsort, was bei einer Einwohnerzahl von 2500 Menschen schon rekordverdächtig ist.

In den nächsten Tagen dreht sich dann alles um das Schürztuch, das Grabtuch und das Schweißtuch Jesu. Nach sieben Jahren, so der Turnus auch dieser Heiligtumsfahrt, wurden die für die katholische Gemeinschaft so bedeutsamen biblischen Heiligtümer wieder ans Tageslicht befördert – erstmalig beim Festgottesdienst zur Eröffnung der Heiligtumsfahrt in der Propsteikirche St. Kornelius am Wochenende. Seit dem 23. September 2007 verweilte der Reliquienschatz in einer eisenbeschlagenen Holztruhe aus dem 11. Jahrhundert.

Nun wurde er von Weihbischof Karl Borsch, Propst Dr. Ewald Vienken und Abt Friedhelm Tissen von der Benediktinerabtei Kornelimünster unter den Augen vieler Gäste wie OB Marcel Philipp und Vertretern der Schützenvereine des Münsterländchens wieder zur Zeigung im Rahmen des Gottesdienstes hervorgeholt. Begleitet wurde die feierliche und andächtige Präsentation der drei biblischen Heiligtümer nicht nur von der Lesung liturgischer Texte, sondern auch musikalisch vom Dreifaltigkeitskirchenchor Schleckheim und dem Blechbläserensemble „Korneliusbläser“.

„Nicht die historische Echtheit der Heiligtümer ist die Frage, die uns bewegt, sondern der Glaube an Gott, den diese Reliquien auf beeindruckende Art und Weise ausdrücken“, beschrieb Borsch diese jahrhundertealte Tradition, die auch heute noch Menschen fasziniert.

Und während sich draußen rund um Markt und Reichsabtei schon die Händler auf den letzten Tag des Historischen Jahrmarktes vorbereiteten, begann in der Propsteikirche der Auftakt zu einer „bewegenden“ Heiligtumsfahrt 2014. Schon die jüngsten Besucher merkten, dass hier etwas Besonderes passiert. Einige postierten sich vor dem Altar, um neugierig einen Blick auf die Heiligtümer zu werfen. Auch das ist Heiligtumsfahrt! Ein Fest, das alle Generationen zusammenführt, aber auch verschiedene Kulturen. Und so konnte Propst Vienken schon beim Eröffnungsgottesdienst weit angereiste Pilger begrüßen. „Heute sitzen einige Pilger aus Kolumbien in unseren Reihen“, kündigte er stolz an, „auch aus Ghana hat sich eine Pilgergruppe angekündigt.“

Dank an Ehrenamtler

Dass der Glaube getreu dem Motto der Heiligtumsfahrt auch im übertragenen Sinne „in Bewegung“ ist, gab Weihbischof Borsch zu bedenken. Und so stand vor allem die Rolle der Kirche und des katholischen Glaubens im Mittelpunkt seiner nachdenklich gestimmten Predigt. „Der Weg in die Zukunft der Kirche wird ein Weg durch die Wüste sein. Dennoch brechen wir auf und vertrauen auf die Verheißung Gottes. Ein Wegweiser auf dieser Reise sind die biblischen Heiligtümer“, so seine Worte. Er rief die Anwesenden dazu auf, Krisen- und Umbruchzeiten als Chance zu begreifen: „Mit Christus sind wir auf dem Weg, mit Christus haben wir Zukunft.“

Die Organisation und Durchführung einer solchen Heiligtumsfahrt kann nur mit vielen Helfern, insbesondere Ehrenamtlern gelingen, denen Dr. Vienken zum Abschluss der Messe seinen besonderen Dank aussprach.

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