In den Kanälen möchten Studenten nicht hausen

Von: Birgit Broecheler
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Im Kanal will kein Student hau
Im Kanal will kein Student hausen: Mit einer plakativen Aktion wurde am Samstag in der Innenstadt auf die drohende Wohnungsnot in Aachen aufmerksam gemacht. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Wir suchen Wohnraum für Studenten - egal in welchem Teil Aachens”, sagt die FH-Studentin Nora Miebach. Sie und der Abiturient Yannik Förster sind Teilnehmer der Initiative „Extraraum”, die gemeinsam von der Stadt und den Hochschulen ins Leben gerufen wurde.

Am Samstagmittag wiesen die beiden und zahlreiche ihrer Kommilitonen mit beklebten Kanaldeckeln darauf hin, dass sie ungern in Kanälen wohnen möchten. Zwischen Adalbertstraße und Kugelbrunnen informierten sie Passanten außerdem mit Infoflyern über die Wohnungssituation für Studierende.

Und die wird immer prekärer, weiß Jutta Bacher vom Pressebüro der Stadt: „Für die nächsten Jahre ist der Wohnbedarf einfach nicht gedeckt”, sagt sie. „Wehrpflicht und Zivildienst fallen weg, der letzte Jahrgang nach Klasse 13 und der erste nach der 12 machen Abitur.” So kommt es, dass Aachen bis 2016 fast 10.000 neue Studenten erwartet.

Jeder Quadratmeter zählt

Und die brauchen Extraraum zum Leben. „Das ist kein Luxusproblem”, bekräftigt Professor Christoph Scheller von der FH. „Wir müssen die kommenden drei Jahre einfach überbrücken. Deshalb suchen wir Leute in der gesamten Städteregion, die auch für kurze Zeit ein Zimmer vermieten.” Vermieter, ältere Menschen mit großer Wohnung oder Familien, deren Kinder bereits ausgezogen sind, sollen mit der Aktion darauf aufmerksam gemacht werden, dass jeder Quadratmeter zählt. Denn - so weiß Studentin Nora Miebach - „viele müssen schon jetzt zwischen ihrem Heimatort und Aachen pendeln oder quetschen sich zu Dritt in eine Zweier-WG”.

Es ist nicht die erste Wohnraum-Aktion, die die Stadt und die Hochschulen initiiert haben. Große Plakate wiesen vor einiger Zeit schon einmal auf die Mangel-Situation hin. Ebenso wurde ein entsprechender Flyer mit den Lohnsteuerbescheiden verschickt. Stadt, Studierende und Hochschulen hoffen nun, dass ihr Einsatz Wirkung zeigt und Vermietungswillige Wohnraum unter http://www.extraraum-aachen.de anbieten. Wer telefonisch sein Angebot durchgeben oder sich informieren will, kann dies beim AStA der RWTH unter 80-93792 und beim AStA der FH unter der Telefonnummer 6009-52828.
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