In Brand rücken nach Ostern die Bagger an

Von: Stefan Herrmann
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brandmja2 31.03.2015 Brander Markt umbau
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Alt und neu: Noch „schmücken“ alte Waschbetonplatten den Brander Marktplatz (kleines Bild). Nach der Umgestaltung soll das Zentrum mit einer völlig neuen Aufenthaltsqualität aufwarten. Allerdings: Parken ist künftig auf dem Marktplatz verboten. Animation: Hermanns Landschaftsarchitektur/Umplanung, Foto: M. Jaspers

Aachen. Brand boomt. Rund 18.000 Einwohner zählt der besonders bei jungen Familien beliebte Stadtteil – Tendenz steigend. Und: Brand zeichnet sich – im Gegensatz zu vielen anderen Aachener Quartieren – noch durch einen gewachsenen Ortskern mit Marktplatz, lokaler Geschäftswelt, Gastronomie und Grünanlagen aus. Allerdings blättert der Lack an der Brander Mitte schon seit Jahren.

Die Marktstraße gleicht einer Buckelpiste, die Waschbetonplatten auf dem Marktplatz lösen sich auf und mutieren zu gefährlichen Stolperfallen, der Spielplatz hat seine besten Tage hinter sich.

Nach Ostern rollen nun die Bagger nach sieben Jahren (!) Planungs- und Genehmigungsphase sowie einer intensiven Bürgerbeteiligung endlich an. „Die Maßnahme ist die größte Städtebaumaßnahme, die wir in Aachen in diesem Jahr durchführen“, sagt Christiane Melcher, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen. Rund sieben Millionen Euro werden in den nächsten Jahren in Brand investiert. Davon steuert das Land NRW vier Millionen Euro an Fördermitteln bei. Los geht es direkt nach dem Osterfest am Dienstag, 7. April mit der Sanierung der Marktstraße.

Die ersten Schritte: Zunächst steht der Straßenbau der Marktstraße auf der Agenda. Die Gehwege zwischen Trierer Straße und Röhrigstraße werden ab Dienstag erneuert. Anschließend folgen die weiteren Abschnitte bis zur Ringstraße mit kompletter Sanierung der Fahrbahn und der Nebenanlagen. Die Bauarbeiten sollen laut Regina Poth, Leiterin der Abteilung Straßenbau, viereinhalb Monate dauern. Die Marktstraße ist für die Dauer der Arbeiten in mehreren Abschnitten dann für den Autoverkehr komplett gesperrt. Eine Umleitung wird nicht ausgeschildert, da die Marktstraße in der Regel nicht vom Durchgangsverkehr befahren wird. Die Aseag-Busse werden für die gesamte Bauzeit über die Hochstraße umgeleitet.

Parkplätze: Die bleiben entlang der Straße im Großen und Ganzen erhalten. Die Senkrechtparkbuchten entlang des Marktplatzes werden nach der Sanierung wieder hergestellt, vor der Schule fallen einige Plätze weg, dafür soll der Parkplatz zwischen Schule und Eschenallee erweitert werden. Allerdings: Wenn voraussichtlich ab Anfang 2015 die Umgestaltung des etwa 3500 Quadratmeter großen Marktplatzes in Angriff genommen wird, fallen die dort derzeit vorhandenen rund 70 Stellplätze komplett weg. „Aufenthaltsqualität vor Blech“ lautet das Motto, das Verwaltung und Politik im Schulterschluss beschlossen haben. „Mir ist eine Frau mit Kinderwagen lieber als ein Auto direkt vor dem Geschäft“, sagt Peter Tillmanns (CDU). Dem Bezirksbürgermeister ist jedoch bewusst, dass das Thema Parken ein sensibles ist. Er verweist auf ein Parkraumgutachten, das aktuell für den gesamten Stadtteil Brand erstellt wird. Sobald es vorliege, werde sich die Politik damit beschäftigen, um ein ausgewogenes Parkraum-Konzept für Brand zu beschließen.

Die neue Mitte: Die Umgestaltung des Marktplatzes gilt als Herzstück des Gesamtprojekts. Verantwortlich dafür ist das Büro von Landschaftsarchitekt Andreas Hermanns. „Wir wollen den Marktplatz besser mit seiner Umgebung verknüpfen.“, sagt er. Das bedeutet: Das Areal erhält eine moderne, offene, steinerne Optik mit zahlreichen grünen „Farbtupfern“. So können sich Besucher in Zukunft über weißblühende Mangolienbäume im Frühling im neuen Ortskern freuen. Flächen für Außengastronomie entstehen, es werden neue Beete angelegt, der Spielplatz wird ebenfalls komplett neu und barrierefrei gestaltet. Kleiner Wermutstropfen: Die Brander müssen noch eine Weile auf das neue Zentrum warten. Denn erst nach Abschluss der Straßensanierung beginnt die konkrete Planung für diesen Bereich. Sie wird weitere vier bis sechs Monate dauern, so dass der Baubeginn voraussichtlich ins Jahr 2016 rutscht.

Grünflächen: Sie grenzen direkt an den Mark an und werden ebenfalls neu gestaltet. Zuvorderst kreischen – womöglich schon ab Oktober – jedoch die Kettensägen. Denn die größtenteils anfälligen und erkrankten Eschen entlang der Eschenallee müssen komplett gefällt werden. „Wir forsten aber wieder auf“, verspricht Hermanns, dass die Eschenallee auch in Zukunft ihren Namen zurecht trägt. Insgesamt verkündet die Stadt eine positive Baumbilanz: Rund 50 müssen gefällt werden, dafür werden 97 neu gepflanzt.

Neue Sporthalle: Auch die entsteht in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz hinter der Grundschule Marktstraße. Nach Ostern wird die alte Pausenhalle abgerissen werden. Richtig los geht es im Mai oder Juni. Der 1,5-Millionen-Euro-Bau ist nicht Teil des Förderprogramms des Landes und muss daher komplett von der Stadt geschultert werden. Als Abschluss der großen Umgestaltung des Brander Zentrums soll schließlich der denkmalgerechte Umbau der alten Turnhalle in Angriff genommen werden. „Brand hat ein intensives Bürger- und Vereinsleben“, sagt Bezirksamtsleiter Wolfgang Sanders. Der Stadtteil freue sich daher besonders auf eine modernisierte Versammlungsstätte für die Bürger. Die Planung ist jedoch noch in einem frühen Stadium. Die Kosten werden grob auf eine Million Euro geschätzt. Baubeginn ist laut Stadt frühestens 2017.

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