Aachen - In Aachens Grundschul-Mensen wird‘s eng

In Aachens Grundschul-Mensen wird‘s eng

Von: Stefan Herrmann
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Ein Mittagessen gehört zum Offenen Ganztag dazu. Doch die Raumkapazitäten vieler Grundschulen stoßen längst an Grenzen. Foto: dpa

Aachen. Die Offene Ganztagsschule (OGS) ist 2003 im Primarbereich von der Landesregierung eingeführt worden. Seitdem ist in Aachen eine Menge passiert: 36 Grundschulen haben den Offenen Ganztag inzwischen etabliert. Doch an vielen Stellen stößt das Angebot an (vor allem räumliche) Grenzen.

Daher hat die Politik die Verwaltung beauftragt herauszufinden, wie der zusätzliche Raumbedarf an den Grundschulen aussieht, um eine vernünftige OGS-Betreuung gewährleisten zu können. Denn der OGS-Ausbau geht stetig voran – und bringt Probleme mit sich.

Wie ist der Stand der Dinge in Sachen OGS?

Derzeit existieren an 36 Grundschulen insgesamt 198 OGS-Gruppen. 4432 Plätze stehen darin laut Verwaltung aktuell zur Verfügung. Ein wichtiger Bestandteil ist neben den Bildungs- und Betreuungsangeboten ein Mittagessen für die Kinder. Hierfür wurden an fast allen Grundschulen, die den Ganztag anbieten, Küchen und Speiseräume eingerichtet. Doch das reicht oftmals nicht aus, wie aus einer Vorlage hervorgeht, die im Schulausschuss am kommenden Dienstag behandelt wird.

Warum existieren Engpässe an den Schulen?

Einfache Antwort: Weil viel mehr Eltern als anfangs gedacht das OGS-Angebot inklusive eines Mittagsessen in Anspruch nehmen wollten. Die Verwaltung ging bei der Einrichtung zunächst davon aus, dass 25 bis 30 Prozent der Kinder in die OGS gehen, was gleichbedeutend mit 50 bis 80 Essen pro Schule sei. Die tatsächliche Betreuungsquote liegt aktuell an den Schulen jedoch bei stolzen 60 Prozent – und damit hat sich auch die Nachfrage nach Essen verdoppelt.

Was bedeutet das für die Mittagsverpflegung?

Viele Schulen stoßen mit ihren Raumkapazitäten längst an ihre Grenzen. Die Kinder müssen an fast allen Aachener Grundschulen im Schichtsystem zum Mittagessen gehen, da die Verpflegungsküchen und Speiseräume anders dem Ansturm nicht Herr werden würden. „Der zu erwartende und gewünschte weitere Ausbau des Ganztags auf eine Quote von 70 Prozent macht ein Ausbaukonzept im Mensabereich erforderlich“, stellt die Verwaltung fest.

Wie geht die Verwaltung nun vor?

Experten des Schulträgers und des städtischen Gebäudemanagements wollen in den kommenden Monaten jede Schule genau unter die Lupe nehmen. Bei den Begehungen soll nicht nur der OGS/Mensa-Bereich in Augenschein genommen, sondern auch ermittelt werden, wo weitere Bedarfe der Schule liegen. Zum Beispiel: Fehlen Differenzierungsräume (für den Kunst- oder Musikunterricht) und wie gut ist die Schule für eine ganztägige inklusive Beschulung für Kinder mit Behinderung ausgestattet?

An welche Schulen werden besteht der größte Handlungsbedarf?

Die Stadt listet mit insgesamt elf Grundschulen in der aktuellen Vorlage für die Schulpolitiker eine Prioritätenliste auf: Genannt werden GGS Am Höfling, KGS Hanbruch, GGS Montessori Mataréstraße, GGS Brander Feld, KGS Auf der Hörn, KGS Michaelsbergstraße, GGS Richterich, KGS Düppelstraße, GGS Laurensberg, KGS Luisenstraße und KGS Kornelimünster. In diesen Schulen sollen bis Ende Juni Begehungen erfolgen. In allen Gebäuden wird die Situation der Küchen- und Speiseräume von Verwaltungsseite bereits jetzt als „unzureichend“ oder „nicht vorhanden“ bezeichnet. Ist die genaue Bestandsaufnahme beendet, will das Gebäudemanagement einen Katalog mit den notwendigen Umbaumaßnahmen vorlegen. Und dann geht’s ans Eingemachte – nämlich ans Geld, dass in die Hand genommen werden muss, um Aachens Grundschul-Mensen für die stark nachgefragten OGS-Plätze in Form zu bringen.

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