Aachen - Improvisation ist alles: Keine Fernwärme im Verwaltungsgebäude

Improvisation ist alles: Keine Fernwärme im Verwaltungsgebäude

Von: Matthias Hinrichs
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Hässlich, aber hilfreich: Den Mitarbeitern im Verwaltungsgebäude Mozartstraße wird derzeit per Dieselcontainer eingeheizt. Foto: Michael Jaspers
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Hässlich, aber hilfreich: Den Mitarbeitern im Verwaltungsgebäude Mozartstraße wird derzeit per Dieselcontainer eingeheizt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Wenn ungezählte städtische Mitarbeiter kalte Füße kriegen, weil sie der eiskalte Verdacht beschlichen hat, sie könnten kaltgestellt worden sein, dann helfen warme Worte wenig. Zumal es dem einen oder anderen Amtsleiter dem Vernehmen nach kalt den Rücken heruntergelaufen sein soll – beim Gedanken daran, dass sein Etat eingefroren worden sein könnte. Aber gemach: Nichts von alldem ist wahr. Mal abgesehen vielleicht von den kalten Füßen.

Richtig ist nämlich, dass die komplette Heizungsanlage im Verwaltungsgebäude Mozartstraße bereits im November den Geist aufgegeben hat. Falsch ist hingegen, dass die Kämmerin den Kollegen die kalte Schulter gezeigt und kurzerhand Pullover und Pudelmütze verordnet hat, weil die Stadt etwa eiskalt „vergessen“ hätte, ihre Stawag-Rechnung zu begleichen. Man darf halt nicht alles glauben, was mehr oder weniger brühwarm kolportiert wird. Die Ursachen fürs Malheur liegen in der Tat tiefer – viel tiefer.

Nun könnte man sich ferner in die abwegige Annahme versteigen, dass der schmucke Backsteinbau am sogenannten Dreiräubereck als Ex-Dienstsitz des – Vorsicht! – Öcher Finanzamts womöglich doch noch von der kalten Progression erwischt worden ist. Womit zumindest geklärt wäre, was mit der brrrandaktuellen Wendung eigentlich gemeint ist. Noch falscher! Genau genommen ist sogar das Gegenteil der Fall: Die behördliche Belegschaft hat längst wieder warm, wie der Aachener sagt.

Die Fakten kommen nämlich mal wieder nicht nur alternativlos daher, sondern kolossal Kanal, pardon: banal. Womit zwei entscheidende Stichworte zur Aufklärung endlich gefallen sind, wie mancher bereits kühl kombiniert haben könnte. „Seinerzeit ist in einer Fernwärmeleitung an der Ecke Reumontstraße ein Korrosionsschaden aufgetreten“, erklärt Angeli Bhattacharyya, Sprecherin der Stawag.

„Zurzeit warten wir noch auf ein Ersatzteil, das wohl nicht vor Anfang Januar eintreffen wird.“ Deshalb haben die Energieexperten den städtischen Kollegen in der Mozart-straße ratzfatz ein paar Heizlüfter in die Bude – und längst einen ungemein unschönen, aber ungemein effektiven Heizcontainer vor die Tür gestellt. Motto, klar: lieber improvisieren als frieren. Siehe da: „Uns jehtet jut!“, widerhallte es am Mittwoch auf Anfrage aus den Reihen der betroffenen Mitarbeiter. Wäre ja auch noch schöner...

Okay: Kritikaster gibt‘s natürlich trotzdem immer. Schließlich wird besagtes Monstrum notgedrungen mit Öl betrieben – und kann in seiner grandiosen grauen Hässlichkeit folglich nicht mal mit einer grünen Plakette verziert werden. Dieses Diesel-Dilemma taugt wohl dennoch nicht zum brandheißen Skandal. Vorausgesetzt natürlich, die Kanalsanierung ist erledigt, sobald die Heiligen Drei Könige dem alten Finanzamt den Rücken gekehrt haben – 2018, versteht sich!

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