Impressionen von der Autobahn öffnen ganz neue Horizonte

Von: Eva Onkels
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Völlig neue Perspektiven rund ums Thema Autobahn: 16 Künstler zeigen ihre Werke im Atelierhaus an der Süsterfeldstraße. Foto: Harald Krömer

Aachen. Wenn man an Autobahnen denkt, denkt man an viel Verkehr, grauen Asphalt, Stau und vielleicht Trostlosigkeit – dabei kann die Autobahn viel mehr sein. Ein Symbol für Freiheit, ein Ort des Abschaltens.

„Millionen Menschen fahren täglich auf der Autobahn, aber in der Kunst wird sie kaum dargestellt“, sagt Dirk Tölke, Kunsthistoriker und Gastkurator der Ausstellung „Erfahrungsraum Autobahn – Bilder zum bewerten Alltag“, die am Sonntag, 31. Januar, um 12 Uhr im Atelierhaus Aachen (aha) eröffnet wird.

„Wie wird Autobahn als Erfahrungsraum von Menschen wahrgenommen?“ Diese Frage stellt sich die Ausstellung, die rund 60 Werke von 16 Künstlern umfasst. Wolfgang in der Wiesche und Nikolaus Gojowczyk-Groon etwa stellen in ihrer gemeinsamen Installation zweierlei dar: Einerseits geht es um den Autofahrer, der glaubt, auf der Autobahn unsterblich zu sein – und dementsprechend fährt –, andererseits um die Ausweglosigkeit der Autobahn selbst.

Sie führt durch Waldgebiete, Gebirge, Flusslandschaften, aber der Fahrer hat keine Möglichkeit, sie an einer beliebigen Stelle zu verlassen. „Satirisch-ironisch“, soll das Kunstwerk zugleich sein, basiert es doch laut Wolfgang in der Wiesche auf einem improvisierten „Waldfahrzeug“.

Hildegard Büchner hat einen Weihnachtsgottesdienst für „gestrandete“ Fernfahrer fotografiert. Ihre Bilder sind eindringlich, zeigen einerseits die stille Zurückgezogenheit von Fernfahrern, andererseits aber auch ihr Redebedürfnis.

Viorel Chirea, der schon in Paris, Stuttgart und Düsseldorf ausgestellt hat, sieht die Autobahn nicht nur als Symbol, sondern auch als Objekt, um einen Kunstdiskurs zu führen. „Man hat dort sehr, sehr interessante Lichtverhältnisse“, erklärt er mit Blick auf seine völlig unterschiedlichen Bilder. Mal ist es tiefe Nacht, mal fahren die Autos einem Sonnenuntergang entgegen, und das Bild eines Baustellenfahrzeuges wird zum Stillleben. „Die Autobahn hat einen ganz weiten Horizont“, so Chirea.

„Während der Fahrt schaue ich aus dem Fenster und fotografiere. Meine Bilder sind Zufallsblicke, keine Inszenierungen“, erklärt Gerhard Günther, der aus seinen Fotos schließlich Gemälde einer „Verkehrslandschaft“ macht. Und wenn man sich die Bilder des Malers ansieht, erkennt man die Schönheit der Belanglosigkeit von grünen Feldern und Baumreihen. Denn dort, wo man es mit hohen Geschwindigkeiten zu tun hat, möchte man vielleicht Ruhe finden.

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