Immobilienmesse: „Wir haben einen Nerv getroffen“

Von: Kathrin Albrecht
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Immobilienmesse Aachen 2016

Aachen. „Wir alle hier haben einen trockenen Mund“: Johanna Ostländer von der PH Immobiliengesellschaft hatte kaum Zeit für eine Pause. Dabei war die Materie alles andere als das. 30 Interessenten hat sie im Verlauf des Vormittags bei der Suche nach einem passenden neuen Eigenheim beraten.

Auch bei den übrigen Ausstellern bildeten sich zum Teil lange Warteschlangen. Bei der dritten Immobilienmesse in der Aula Carolina war das Interesse der Besucher wieder enorm groß.

„Wir rechnen damit, dass wir in diesem Jahr etwa 4000 Besucher hier erwarten dürfen“, schätzte Alexandra Behle vom Werbemarkt Zeitungsverlag Aachen zum Auftakt. 18 Aussteller, vom Planungsbüro bis zum Makler, informierten am Samstag von 11 bis 18 Uhr über die neuesten Trends am Immobilienmarkt in Aachen und der Region. Wer nicht auf der Suche nach einem Eigenheim war, konnte sich bei Vorträgen zum Thema Fassadendämmung oder zu Chancen und Risiken beim privaten Immobilienverkauf schlau machen.

Und da in Aachen alles, was zum dritten Mal stattfindet, schon Tradition hat, zählt auch die Aachener Immobilienmesse als feste Größe bereits dazu, fand Dirk Ernst vom Werbemarkt des Zeitungsverlags Aachen: „Wir haben mit der Messe einen Nerv getroffen, denn es gibt in dieser Form nichts Vergleichbares in der Region.“

Wie in den Vorjahren sei auch in diesem Jahr zu beobachten, dass Besucher sich bereits im Vorfeld informiert haben und nicht nur zum Schauen kamen. „Wir haben sehr gezielte Nachfragen“, berichtete Johanna Ostländer von ihren Erfahrungen am Vormittag. Besonders Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen stünden hoch im Kurs. Darunter seien auch viele Anleger, die, motiviert durch die niedrigen Zinsen, jetzt in Immobilien investieren, aber diese eventuell auch später selbst bewohnen möchten.

Ähnliche Beobachtungen hat auch Thorsten Kotzur, Geschäftsführer der Kotzur Immobilien GmbH, gemacht. Viele Nachfragen gab es auch zum Verkauf privater Immobilien. Seine Beobachtung: „Die Wohnbedürfnisse haben sich verändert. Beispielsweise wird das Haus zu groß, wenn die Kinder ausgezogen sind.“ Wer selbst bauen möchte, fand in Anja Goldhausen die richtige Ansprechpartnerin.

Sie vertrat das Architektenbüro Bau-Fritz GmbH, das sich auf ökologisches Bauen spezialisiert hat. „So wie Menschen zunehmend Bio-Produkte kaufen, um sich gesund zu ernähren, wird auch das gesunde Wohnen mehr zum Thema“, erzählte sie. Die hohe Nachfrage trifft allerdings seit Jahren, zumindest im Aachener Stadtgebiet, auf ein eingeschränktes Angebot auf hohem Preisniveau.

Bis zu 4000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche muss ein Käufer mittlerweile für einen fertigen Neubau investieren. In Nebenlagen ist man ab 3200 Euro dabei. Der Wohnungsmarkt sei vor allem für Familien eng, beobachtete Thorsten Kotzur: „In Aachen sind traditionell 1- bis 2-Zimmer- oder 3- bis 4-Zimmer-Wohnungen stark nachgefragt. Auch viele Neubauprojekte sind auf Studierende und die wachsende Zahl an Singles ausgerichtet.“

Auch Familie Kullgard möchte zukünftig lieber in ein Eigenheim als in Miete investieren. Seit zwei Jahren sucht die vierköpfige Familie nach etwas Geeignetem, am liebsten in der Stadt. Wie die meisten Besucher hat sich die Familie ebenfalls gezielt informiert. Auch wenn die eigentlichen Geschäftsabschlüsse erst nach der Messe laufen, konnten viele Aussteller am Ende zufrieden ihre Bücher schließen. Und die Besucher dürfen sich auf eine vierte Auflage der Aachener Immobilienmesse im kommenden Jahr freuen.

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