Immer wenn die „Ladies“ spielen, fiebert er mit

Von: Achim Kaiser
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Fan der Ladies in Black: Rudy Woynar hier beim Aufbau der Halle am Vormittag eines Spieltags Foto: Andreas Steindl
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Fan der Ladies in Black: Rudy Woynar Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wenn die „Ladies in Black“ am Samstagabend gegen den amtierenden Deutschen Meister Schwerin aufschlagen, ist Rudolf Woynar wieder voll in seinem Element. Der 63-Jährige ist nicht nur Vollblut-Fan des Bundesligateams, er ist auch einer von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern im „Team Volley“ des PTSV Aachen.

Von 9 Uhr bis 12 Uhr und nach der Playoff-Partie dann bis Mitternacht sind Woynar und Co. mit dem Auf- und Abbau in der Halle an der Neuköllner Straße beschäftigt. „Ich bin dafür verantwortlich“, sagt der frühere Fußball-Anhänger. Tische, Netze, Plakate, Presseplätze, Fahnen und auch die Linien am Boden müssen aufgebaut, gezogen und hergerichtet werden.

Wenn Rudolf Woynar über seine Liebe zum Volleyball erzählt, vor allem, wie er überhaupt zu den „Ladies“ und zum PTSV gefunden hat, ist er in seinem Element. Er holt dabei weit aus und blickt zurück ins Jahr 2012. Da verstand er die Welt nicht mehr: Die Nachricht von der Schließung „seines“ Werks machte damals die Runde. 600 „Talbötter“ sollten entlassen werden, auch er war dabei. „Ich war geschockt, dann ging es lange hin und her“, sagt er und erinnert sich an die vielen guten Worte, die er damals gehört hat.

Tatsächlich waren die Solidaritätsbekundungen seinerzeit vielschichtig. Nicht nur Tausende von Unterschriften wurden gesammelt, auch zahlreiche Aktionen wurden eingeleitet. So zeigten auch die Bundesliga-Volleyballerinnen „Ladies in Black“, seinerzeit noch für Alemannia Aachen aktiv, ihr Herz für die Betroffenen. Spielerführerin Anke Borowikow überreichte der Mahnwache an der Jülicher Straße 200 Freikarten für die anstehende Pokalpartie gegen den Favoriten aus Potsdam.

„Ich bin eher ein zurückhaltender Typ und wäre nie alleine zu dem Spiel gegangen“, erinnert sich Woynar. Musste er auch nicht. Denn jede Menge Kollegen folgten der Einladung und machten sich mit ihm an jenem 7. November 2012 auf zur Neuköllner Straße. „Bis zu dem Zeitpunkt war ich Alemannia-Fan und bin immer zum Tivoli gegangen“, betont er. Damals betrat er dann sportlich völliges Neuland, „von Volleyball hatte ich überhaupt keine Ahnung“.

Den Pokalfight konnten die Aacherinnen mit 3:2 für sich entscheiden. „Es war ein berauschendes Fest in der Halle Neuköllner Straße, die Anhänger standen Kopf, die Stimmung war unbeschreiblich“, blickt Woynar zurück: „Das war für mich der Eintritt in eine neue Welt, einmal infiziert vom Volleyball-Virus, immer infiziert.

Sein Platz in der schwarzgelben Fußball-Arena ist seitdem leer geblieben, stattdessen ist er Stammgast bei den „Ladies“ und zum „Super-Fan“ mutiert – im schwarz-gelben Lappenclown-Kostüm. Seitdem er sich letztes Jahr mit seinem Arbeitgeber Bombardier geeinigt hat – „Mit dem geschnürten Paket bin ich zufrieden“ - kommt das Fan-Outfit auch in fremden Hallen zum Einsatz.

Denn in seiner frei gewordenen Zeit widmet er sich nun voll und ganz den „Ladies“. Mit denen hat er auch dem „Umzug“ von der Alemannia zum PTSV mitgemacht. „In welchem Verein sie spielen, ist eigentlich egal. Es geht ja um die Mannschaft. Und die ist mit den ganzen Drumherum super.“ Seiner Meinung nach habe den Mädels der Wechsel zum PTSV sehr gut getan, die sportlichen Erfolge belegen das. „Wir sind wie eine große Familie. Jeder ist für jeden da.“

Auch am Samstag steht Rudolf Woynar wieder um 9 Uhr auf der Matte und freut sich auf die Playoffs. „Wenn wir am Ende den vierten Platz verteidigen, wäre ich zufrieden“, schaut er nach vorne. Insgeheim hofft er aber mit mehr: Wenn es gut läuft, ist auch mehr drin.“

Seine Frau wird ihn auch am Samstag nicht begleiten. „Die interessiert sich nicht für Sport“, sagt er und fügt augenzwinkernd hinzu: „Aber sie gibt mir die Freiheit für mein Hobby.“ Mehr auf der dritten Sportseite

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