Immer mehr Gebrauchtwagenhändler nutzen Parkstreifen in der Stadt

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
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Deutliches Signal an den Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es ist ein Spiel auf Zeit. Wenn die Stadt Aachen orangene Knollen die Windschutzscheiben klebt, dann ist Gefahr in Verzug. Oder besser der Abschleppwagen unterwegs. Nach zwei Wochen wird abgeschleppt, wenn das Auto nicht wieder bewegt wird. Betroffen sind in Aachen im Jahr rund 200 Fahrzeuge, die entweder ohne Nummernschilder und damit Zulassung oder schrottreif am Straßenrand stehen – und so manchen Nachbarn nerven.

Die Fälle häufen sich rund um Gebrauchtwagenhändler, die Parkstreifen und Straßenraum zunehmend als Erweiterung ihrer Parkflächen interpretieren und nicht zugelassene Autos dort abstellen. Rechtmäßig ist das nicht. Aber in diesen Fällen gelten genannte Regeln: Es gibt den Zettel auf der Windschutzscheibe, eine Frist von zwei Wochen läuft, die Stadt versucht den Halter ausfindig zu machen und schreibt ihn an. „Wir können in diesen Fällen nichts anderes machen“, erklärt Axel Costard vom Presseamt der Stadt.

Die Stadt führt keine separate Statistik rund um Gebrauchtwagenhändler. Costard bestätigt aber, dass die Situation vor Ort ein Problem sei. Dass nur 20 bis 25 der mit Zettel versehenen Autos am Ende tatsächlich am Abschlepphaken landen, deutet ebenso daraufhin, dass es in der Regel keine Schrottautos sind, die unsachgemäß auf Aachens Straßen abgestellt werden. „Die Autos verschwinden immer rechtzeitig“, berichtet Costard. Sofort entfernt werden können sie aber nur, wenn das Auto eine Gefahr darstellt. „Uns sind da die Hände gebunden“, sagt Costard. Und: „Wir kennen die Verantwortlichen.“ Und Beschwerden von Nachbarn gibt es immer wieder.

Wenn ein Geschäftsmann ein Büro eröffnet, muss er Ausgleichsflächen bezahlen, damit er Parkraum nutzen kann. Dem entziehen sich die Autohändler mit ihrem Parkverhalten. Doch ohne Handhabe kein Abschleppwagen. Kommt der letztlich nach Ablauf der Zwei-Wochen-Frist doch noch zum Einsatz, dann ist dies ein teurer Spaß für den Kfz-Halter: 150 Euro Abschleppkosten und 77 Euro Gebühr werden dann fällig. Die Entsorgung kostet die Stadt übrigens keinen Cent, es gibt einen Vertrag mit einer Firma, die die Autos entsorgt beziehungsweise verwertet und die Einnahmen daraus behalten darf. Die Konzession wird übrigens laut Costard in Kürze neu ausgeschrieben.

Ein anderes Problem im Straßenraum hat dagegen nur zwei Räder: Auch Fahrräder und Mopeds werden vermehrt für die Ewigkeit abgestellt. Und auch muss zunächst ein Zettel geklebt werden, auch wenn das Gefährt einen Fahrradbügel belegt. Erst wenn es zur Gefahr wird, kann die Stadt vorab reagieren. Beklebte Fahrräder landen dabei, so Costard, weit öfter auf dem Schrottplatz. Die Halter sind ohnehin schwerer ausfindig zu machen. Die Räder enden beim Entsorger. Das Spiel auf Zeit mit nicht zugelassenen Autos geht dagegen weiter.

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