Immer mehr Ampeln in der Stadt

Von: Robert Esser
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Rot, gelb, grün: Nicht schwarz ärgern, rät Ampel- Managerin Katrin Ulbort. Foto: Schmitter

Aachen. Weil sich Autofahrer und Fußgänger nicht grün sind, sehen Verkehrsteilnehmer immer öfter rot. Die Zahl der Lichtzeichenanlagen auf Aachens Straßen steigt. 37 Signalgeber und fünf Ampelanlagen sind seit 2006 dazugekommen.

In Betrieb sind jetzt 211 Ampeln mit 1897 Signalgebern - was den Verkehr zwar sicherer, aber auch zäher machen kann.

„Sobald drei gleichartige Unfälle innerhalb eines Jahres an einem Knotenpunkt auftauchen, müssen wir reagieren”, erklärt die stellvertretende Leiterin des Verkehrsmanagements, Katrin Ulbort.

Dann installiert man zuweilen zusätzliche Fußgängerampeln. Oder man schließt Konfliktverkehr aus: So können Linksabbieger beim leuchtenden grünen Ampelpfeil ohne Gegenverkehr die Kurve auf der Kreuzung nehmen. Oder alle Signalgeber für den motorisierten Verkehr aus vier Richtungen werden in einer speziellen Ampelphase Rot geschaltet, um ausschließlich allen Fußgängern grünes Licht zu geben.

Dieses „Rundum-Grün” gibt es schon sechs Mal in Aachen - zum Beispiel vor dem SuperC am Templergraben, Wüllner-/Eilfschornsteinstraße. An 15 Kreuzungen sind Fußgänger signaltechnisch gegen abbiegende Autofahrer geschützt - etwa an der Theaterstraße.

„Man muss klar sagen, dass diese Sicherheit die Leistungsfähigkeit der Ampelkreuzung beeinträchtigt”, sagt Ulbort. „Alle warten länger bei Rot. Aber leider verzögern viele Autofahrer den Abbiegefluss, weil sie anscheinend nicht wissen, dass sie beim grünen Ampelpfeil gefahrlos fahren können.” Beschwerden - etwa zehn pro Woche - nehme die Ampel-Hotline der Stadt zudem viel öfter von Fußgängern als von Autofahrern entgegen. So gibt es mittlerweile 42 reine Fußgängerampelanlagen.

Das Aachener Ampelssystem - 125 der 211 Lichtzeichenanlagen werden seit 2008 verkehrsabhängig von einem Computer geschaltet - sei besser als sein Ruf, betont die Verkehrsingenieurin. „Lüttich, Bonn und vor allem Maastricht können da bei weitem nicht mithalten”, sagt sie. Die legendäre „Grüne Welle” gebe es durchaus. Vor allem Schaltungen an Krefelder-, Vaalser-, Trierer Straße (ohne Baustelle) und am Adalbertsteinweg seien sehr Autofahrer-freundlich geglückt.

„Probleme gibt es natürlich - auch dort - im Berufsverkehr. Sobald zu viele Autos unterwegs sind, bricht alles zusammen”, räumt Ulbort ein. Knotenpunkte wie Siegel seien wegen des immensen Verkehrs nicht in den Griff zu kriegen. Florierende Gewerbegebiete wie an der Neuenhofstraße und der Ausweichverkehr wegen Baustellen wie am Aachener Kreuz - belasteten den Verkehr in der Stadt spürbar, erklärt sie. Hier bleibt zwischen roten, gelben und grünen Ampelphasen nur ein Rat: Nicht schwarz ärgern!

Ampelhotline für Anregungen und Kritik

Unter der Rufnummer 0241/4321000 nimmt Suhal Roob (Bild) vom Verkehrsmanagement der Stadt Anregungen, Kritik und Hinweise zu Ampel-Themen entgegen. Die Mehrheit der Anrufer sind bislang übrigens Fußgänger.

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