Immer am Puls der „lebendigen Gemeinde”

Von: Matthias Hinrichs
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Die kirchliche Basis fest im Blick: Anita Zucketto-Debour, Gerd Mertens, Rita Kattendahl-Lanser, Holger Brantin und Martin Hoppe (von links) vom neuen Vorstand des Katholikenrats. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Viele Schultern können mehr stemmen als eine - die schlichte Erkenntnis kennzeichnet sein Engagement nicht erst, seit zahlreiche tragende Säulen der örtlichen Kirchenlandschaft mit der strukturellen „Flurbereinigung” unter den Pflug der Konsolidierung geraten sind.

Und was seit Beginn des Jahres für die meisten Aachener Pfarren gilt, spiegelt sich spätestens seit September auch in der Leitungsebene des Katholikenrats der Region Aachen-Stadt wider: Das „Ein-Mann-Prinzip” in Sachen Führung hat ausgedient, „Gemeinschaft der Gemeinden” soll - bei aller Kritik an den Pfarrfusionen - mehr sein als ein neues, schönes Etikett im Zeichen des Priestermangels.

Wechsel an der Spitze

Mit ihrem ehemaligen Vorsitzenden Anton Meyer hat auch die Laienvertretung der Gläubigen im Grenzland vergangenen September eine wahrlich starke Persönlichkeit verloren - nach rund 36 Jahren. Seit rund 100 Tagen lenkt nun ein 15-köpfiges Vorstandsteam die Geschicke der Organisation. Deren Sprecher Holger Brantin und Martin Hoppe legen beim AZ-Gespräch mit ihren Vorstandskollegen Anita Zucketto-Debour, Rita Kattendahl-Lanser und Gerd Mertens Wert auf die Feststellung, dass sich der Rat mehr denn je mit möglichst vielen Stimmen zu Wort melden will. Das zeigt sich auch darin, dass die wichtigsten Aufgabenfelder in vier Arbeitskreisen beackert werden.

Unter dem Leitwort „Lebendige Gemeinde vor Ort” engagieren sich die Katholiken da quasi vornehmlich in eigener Sache. „Unsere große Fragebogenaktion in den Pfarren ist vor ein paar Tagen gut gestartet”, berichtet Brantin. Bis Februar will der Rat ausloten, wo Probleme, aber eben auch Chancen der neuen Verbünde liegen. „Nach den Fusionen sind Gemeinderäte und Kirchenvorstände ein Stück weit zentralisiert worden”, erklärt Brantin.

„Jetzt muss es darum gehen, die vielen Ehrenamtlichen, die sich weiter engagieren wollen, intensiv einzubinden.” Dies sei etwa durch Bildung von Ortsausschüssen zu erreichen, die neue Projekte in den gewachsenen ehemaligen Pfarrzirkeln auf den Weg bringen und mit eigenem Budget ausgestattet werden könnten.

Ganz andere Herausforderungen stehen derweil in den Arbeitskreisen „Familie und Kinder”, „Netzwerk Asyl” und „Kirche und Arbeiterschaft” auf der Agenda. Über seine Anlaufstelle für Arbeitslose an St. Josef und als Mitglied im Verband „Pro Arbeit” steht der Katholikenrat im engen Kontakt mit der Arge und deren „Kunden”, über die Fraktionen in den Ausschüssen des Stadtrats bringt er wichtige Anliegen in die politische Diskussion ein.

So setzte sich der Rat dafür ein, dass minderjährige Flüchtlinge, die völlig auf sich gestellt im Dreiländereck stranden, nicht umgehend ins Sammellager nach Dortmund abgeschoben werden, sondern in Aachen selbst Anspruch auf ein geregeltes Asylverfahren geltend machen können. Gemeinsam mit der Stadt organisiert der Laienverbund Mitte Mai zudem bereits zum fünften Mal den „Tag der Integration”.

Fazit: In Sachen Solidarität legt das Team ebenso großen Wert auf Nachhaltigkeit wie auf neue Ideen und Aktionen. Auch in dem Bewusstsein, dass auf vielen Schultern Bedeutendes gestemmt - oder zumindest neu in den Blick gerückt werden kann, das mancher allzu gern verdrängen würde. „Ende Januar”, berichtet Mertens zum Beispiel, „wollen wir ausführlich über die aktuelle Situation der ehemaligen Mitarbeiter von LG Philips berichten. Genau fünf Jahre nach ihrer Entlassung sind viele der 250 Ex-Beschäftigten noch immer arbeitslos.”
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