Aachen - Im Tierheim wird Ferienzeit oft zur Leidenszeit

Im Tierheim wird Ferienzeit oft zur Leidenszeit

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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„Ich will hier raus!“: Wie diese Katzen wären viele Vierbeiner trotz guter Betreung lieber in Familien statt im Tierheim. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Sommerzeit gleich Ferienzeit. Doch was für die Einen Erholung und pure Entspannung bedeutet, heißt für die Anderen Arbeiten unter Hochdruck. Lutz Vierthaler, Leiter des Aachener Tierheims, sieht der heißen Jahreszeit aus Erfahrung mit besorgtem Gefühl entgegen.

„Auch wenn man mittlerweile ganzjährig in Urlaub fährt, so merken wir im Sommer doch leider einen enormen Zulauf an Tieren.“ Dann hält Vierthaler kurz inne und ergänzt mit entrüsteter Stimme: „Wir leben in so einem kultivierten Land mit viel Kultur und top Wirtschaft, und dann gibt es trotzdem Menschen, die aus Freude am Reisen Tiere aussetzen.“

Um ein Drittel steigt der Zulauf im Tierheim in diesem Quartal an. Und so appellieren Vierthaler und sein Team an alle Besitzer, ihre Tiere nicht auszusetzen, sondern abzugeben. Denn so kennt man das Tier, sein Verhalten und eventuelle Krankheiten.

43 Hunde, 90 Katzen und 37 Kleintiere suchen derzeit im Tierheim ein neues Zuhause, dazu zählen auch die sogenannten „Notfelle“. Das sind Tiere, die alt, krank sind oder eine besondere Geschichte haben und nach einem Zuhause Ausschau halten. Auch das Projekt „Graue Schnauzen“ versucht, Hunde auf ihre alten Tage in gute Hände zu vermitteln. Pro Jahr werden im Tierheim zwischen 2800 und 3000 Tiere aufgenommen, um die sich die 16 Festangestellten mit viel Liebe kümmern. Gut 700.000 Euro werden im Jahr benötigt, um eine perfekte Versorgung und die Bezahlung der Mitarbeiter zu garantieren, was deutlich macht, dass Spenden immer benötigt werden. An Ehrenamtlern gibt es weiterhin Bedarf, wie an Tierpatenschaften und Sachspenden, wie etwa Decken oder Laken.

Aktuell gibt es einen Notfall: 38 Rassekatzen aus einer Privatzucht wurden beschlagnahmt und hoffen nun – nach dem Verfahren – auf ein neues Zuhause. Allerdings sind die schnurrenden Vierbeiner mit Katzen-Aids infiziert, einer Krankheit, die für den Menschen weder gefährlich noch auf ihn übertragbar ist, was aber bedeutet, dass die Katzen nur alleine vermittelt werden können.

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