Im Theater Kristall: Ein Söldner kehrt heim und andere Geschichten

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Setzen humvorvolle und hintergründige Zeichen gegen den Krieg: die Mitglieder von Theater Kristall.

Aachen. Vor 100 Jahren begann der erste gezählte Weltkrieg, vor 68 Jahren endete der zweite. Seitdem die Kriege am Hindukusch geführt werden, sieht es so aus, als ob Kriege und Soldaten normal werden, nur dass sich niemand vor Augen führt, was Krieg bedeutet.

Das Theater Kristall möchte das tun: Ein einfältiger, alter, spanischer Bauer ließ sich als Söldner werben, weil er einmal im Leben etwas Großes tun möchte. Er wollte auch einmal reich werden und Abenteuer erleben. Da schien der Krieg eine willkommene Gelegenheit zu sein. Heimgekehrt muss er feststellen, dass er sich den Krieg ganz anders vorgestellt hatte und die Heimkehr ebenfalls.

Seine Einfalt wird seine Rettung, sei es, dass er in der Schlacht sehr praktische – wenn auch höchst unsoldatische – Überlebensstrategien fand, oder dass er eine Scheinwelt erfindet, die ihm hilft, der allzu brutalen Realität zu entfliehen. Er ist wie Don Quichote eine tragische, aber eben auch komische Figur. Er erzählt, ohne zu moralisieren, was es für den Soldaten als Mensch bedeutet in den Krieg zu gehen… schlicht, ergreifend, unprätentiös.

Vor der Pause zeigt das Theater Kristall vier Possen aus derselben Zeit. Beelzebub wird frech und unverblümt aussprechen, was Jedermann tut, aber Niemand gerne hört. Das Theater Kristall nimmt die Zuschauer mit nach Spanien. Die vier Geschichten sind zwar ein paar hundert Jahre alt, aber niemand glaube, sie seien veraltet. Menschen sind mit ihren Träumen, Bosheiten, Dummheiten, ihrer großen Liebe und ihrer Leidenschaft über Jahrhunderte stets dieselben geblieben. Das Theater Kristall hat wieder einmal ein paar nicht so bekannte, aber echte Schätze ausgegraben, als da seien: „Die Oliven“ und „Die Einladung“ von Lope de Rueda sowie „ Jedermann und Niemand“ von Gil Vicente: Wie drücke ich mich davor einen Gast zu bewirten, wenn das Geld gerade knapp ist? Das Theater Kristall wird dieses Problem in der Einladung mit Humor vortragen.

Das Theater Kristall ist eine freie Theatertruppe aus Aachen. Der Leiter der Truppe, Dr. Karl Schulz, zeigt mit dem Stück seine siebte Inszenierung. Er sucht seit Jahren unbekannte Stücke von Klassikern, um sie auf kleinen Bühnen zu präsentieren.

Das diesjährige Motto: Tragikomik, hintergründiger Witz, und das alles ohne Comedy. Die Truppe Theater Kristall besteht in diesem Jahr aus vier Akteuren: Karl Schulz, Marita Dreckmeyer, Gehrt Hartjen und Spyro Alexopoulos.

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