Aachen - Im Tennis ist Aachen erstklassig

Im Tennis ist Aachen erstklassig

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
5934340.jpg
Haben ein neues Kapitel Tennissport in Aachen aufgeschlagen: Alex Legsding (links) und Karl-Dieter Fister holten die ersten Profis zum TK Kurhaus. Mittlerweile gibt es zwei Aachener Teams in Liga 1. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Mit Howard Herr hatte alles angefangen. Karl-Dieter Fister weiß es noch ganz genau. Er hatte den Südafrikaner Anfang der 1990er verpflichtet, ihm eine sogenannte Zweimonatsmitgliedschaft verschafft und ein Zimmer bei einem der Klubmitglieder. Und dann schlug er auf, der erste Tennisprofi des TK Kurhaus. Damals hat alles begonnen, der Aufstieg der TK Kurhaus und – wenn man so will – des Tennissports insgesamt in Aachen.

Heute ist der gleich doppelt erstklassig: Die Männer des TK Kurhaus wurden in den letzten beiden Jahren sogar Deutscher Meister und sind nun – vor dem Heimspiel am Sonntag gegen Blau-Weiß Neuss (11 Uhr) wieder Tabellenführer. Und die Frauen von Blau-Weiß Aachen sind unlängst in die 1. Bundesliga aufgestiegen. Das hat sonst keine deutsche Stadt zu bieten. Nicht München, nicht Berlin. Es spielt zwar der Rochusclub Düsseldorf in der Herren-Bundesliga und Ratingen in der Frauen-Bundesliga – doch so nahe Ratingen an Düsseldorf liegen mag, es zählt zum Kreis Mettmann und Ratinger werden nicht gerne als Düsseldorfer bezeichnet...

Was für eine Entwicklung ist das, die das Tennis in Aachen genommen hat. Neben den beiden buchstäblich erstklassigen Teams spielen die Herren von Blau-Weiß Aachen in der 2. Bundesliga, die Herren von Grün-Weiß Aachen und die zweite Mannschaft des TK Kurhaus ist in der Oberliga aktiv, und, und, und. „Das Profitennis hat sich hier etabliert“, sagt Karl-Dieter Fister.

Im Kurpark wurde dafür der Grundstein gelegt. Wer in den alten Vereinsheften blättert, der schlägt bald schon die Mannschaft auf, die 1990 in die Oberliga aufgestiegen war: Ralph Bohn, René Boerhout, Thomas Pieper, Hans-Jörg Schrinner und Karsten Schiller. Dann kam Howard Herr. Es folgte Steffen Budweg. Und wenig später der Aufstieg in die Regionalliga, damals die zweithöchste Spielklasse.

Möglich machte dies damals schon der Lambertz-Alleininhaber Dr. Hermann Bühlbecker, Tennisfreund, Klubmitglied und bis heute treuer Sponsor der Mannschaft, die als „Lambertz Team“ in der Bundesliga antritt. Die Liste der Profis, die seitdem für den TK Kurhaus über den Platz jagte ist lang und spannend: Da stehen Namen wie David Ekerot, Christian Popescu, Paul Haarhuis, Johan Anderson, Jan Apell, Thomas Nydahl und Tom Nijssen. 2000 qualifizierte sich das TK-Team für die zwei- statt fünfgruppige 2. Liga. Für Teammanager Alex Legsding war es „ein gefühlter, kleiner Aufstieg“.

Dritter Titel in Serie möglich

Von 1996 bis 2003 war die Mannschaft zweitklassig, seit 2004 zählt sie zur deutschen Tenniselite. In der zehnten Bundesligasaison in Serie ist der fünfte Meistertitel möglich, es wäre der dritte in Folge. „Das wollen wir auch schaffen“, sagen Legsding und Fister, die seit 1992 so zusammenarbeiten. Damals war Legsding Jugendart und Fister Vorsitzender. Nun ist ersterer Manager und letzterer Ehrenpräsident und im Vorstand für die Bundesliga verantwortlich. „Wir haben hier gemeinsam den Einstieg ins Profitennis forciert“, sagt Fister.

Letztlich profitiere davon der Verein mit seinen Mitgliedern – der Breitensport. „Die Bundesliga ist absolut ein Gewinn. Für uns und für den ganzen Tennissport in Aachen“, erklärt Fister. Der Klub habe sich deutlich verjüngt, die Tendenz in den Mitgliederkarteien sei gut. „Die Frage ist immer: Wie würde das ohne die Bundesliga aussehen?“, findet Legsding. Und wenn in der Regel mehr als 1000 Zuschauer zu den Heimspielen kommen, dann ist die Tennisbegeisterung greifbar.

Aachen ist offensichtlich ein guter Boden für den Tennissport. Und damit sind nicht nur die roten Aschenplätze im Kurpark gemeint. „Es hat sich in dieser Stadt enorm weiter entwickelt“, glaubt Legsding, verfolgt aufmerksam, wie sich die großen Vereine in den besten deutschen Spielklassen schlagen. Sein TK Kurhaus bislang prächtig – auch wenn sich die Meisterschaft wohl erst am 4. August in Halle, dem ebenfalls noch ungeschlagenen Erzrivalen entscheidet. So oder so: „Die Begeisterung für Tennis ist groß in dieser Stadt. Und wir waren wohl Vorreiter für den Spitzensport“, sagt Fister. Sport

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert