Aachen - Im Sozialbereich will die Stadt kaum sparen

Im Sozialbereich will die Stadt kaum sparen

Von: Amien Idries
Letzte Aktualisierung:
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Aachen bleibt eine soziale Stadt: OB Marcel Philipp (rechts) und Fachbereichsleiter Heinrich Emonts erläuterten am Donnerstag, wie sie sich die künftige Sozialpolitik in Aachen vorstellen.

Aachen. Die gute Nachricht gab es für Heinrich Emonts gleich vorweg. „Das Soziale steht bei unseren Sparanstrengungen nicht im Fokus”, verkündete Oberbürgermeister Marcel Philipp nach Durchsicht des berüchtigten Sparkatalogs. Emonts leitet seit März diesen Jahres den Fachbereich (FB) Soziales und Integration und stellte nun gemeinsam mit Philipp seine Ideen zur sozialen Stadt Aachen vor.

Fast so neu wie der Leiter ist auch sein Fachbereich. Durch die städteregionale Neugliederung kam es im Oktober 2009 zu einer Umstrukturierung des städtischen Sozialamtes. Ein Teil der Aufgaben wurde an die neue Körperschaft übertragen, sodass sich der neuentstandene städtische FB auf drei Bereiche konzentriert: Integration, Altenarbeit sowie Sozialhilfe.

Ressourcen mobilisieren

230 Millionen Euro umfasst der Etat des Fachbereichs, von dem ein großer Teil zur Finanzierung der Grundsicherung aufgewendet werden muss.„Wir sind als Stadt nicht in der Lage globale Entwicklungen aufzuhalten”, sagt OB Philipp, „aber wir müssen alles daran setzen, sie soweit es in unserer Macht steht zu beeinflussen.” Als wichtigste Kriterien für eine soziale Stadt sei es, Chancengerechtigkeit für Kinder und politische und kulturelle Teilhabe zu sichern. Um diese Ziele zu erreichen sei nicht nur Geld vonnöten. Vielmehr gelte es auch andere Ressourcen zu mobilisieren.

Erster Schritt auf diesem Weg war der Sozialentwicklungsplan, der 2009 vorgestellt wurde. „Dieser Plan gibt uns die Möglichkeit, differenziert auf Aachens Sozialräume zu schauen”, sagt Emonts. Die Probleme am Driescher Hof seien grundlegend andere als die in Beverau. Nach dem Konzept des Quartiermanagements sollen die „Selbstheilungskräfte” des jeweiligen Viertels aktiviert werden. Dazu müsse man mit Stadtteilbüros in die Viertel gehen und mit den Menschen sprechen. „Wo liegen die konkreten Probleme? Wie könnten Lösungen aussehen?

Wie das aussehen kann, erläuterte Philipp am Beispiel von Preuswald, wo im Juli eine Stadtteilkonferenz initiiert wurde: „Dort gibt es eine wohnliche Monostruktur, die sich auf die soziale Situation auswirkt. Die Menschen sind einfach unzufrieden.” Dafür gebe es Ursachen, die nicht vom Fachbereich alleine gelöst werden könnten. „Da müssen alle mitarbeiten. Die Bürger und Institutionen vor Ort, aber auch das Wohnungsamt und die Gewoge.”

Konkreter wurden Emonts und Philipp nicht. Man wolle - abhängig von der jeweiligen personellen Situation - nach und nach die brisanten Viertel angehen. Emonts sieht seinen Fachbereich in diesem Prozess als Schnittstelle, an der die verschiedenen Fäden zusammenlaufen. „Wir können und wollen keinen fertigen Plan vorstellen, weil es gerade darum geht, flexibel auf die jeweiligen Defizite zu reagieren”, so Emonts. Man wolle einfach Neues probieren.

Hinsichtlich der Erfolgsaussichten dieses am jeweiligen Sozialraum ausgerichteten Konzepts zeigt sich der OB optimistisch: „Aachen steht in Sachen Wir-Gefühl auf einem sicherem Fundament.” Ohne Engagement der Bürger sei eine soziale Stadt sowieso nicht möglich.
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