Aachen - Im Solarkataster sieht Aachen gerne rot

Im Solarkataster sieht Aachen gerne rot

Von: Thorsten Karbach
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Stärken der Solarenergie den
Stärken der Solarenergie den Rücken: (von links) die städtische Klimaschutzbeauftragte Maria Vankann, Frank Kipka vom Fachbereich Geoinformation, Stawag-Vertriebsleiter Andreas Maul, Umweltdezernentin Gisela Nacken, der stellvertretende Fachbereichsleiter Umwelt Klaus Meiners und der städtische Datenschutzbeauftragte Gerhard Döffinger stellen das neue Solarkataster Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wer rot sieht, der hat blendende Aussichten. Denn wer sein Dach rot markiert sieht, der weiß fortan, dass es so von der Sonne bestrahlt wird, dass sich eine Solaranlage lohnt. Es sind die tiefroten Flächen auf den Dächern Aachens, die den Bürger aufklären, ob er Energie und Geld in eine Photovoltaikanlage investieren soll.

Sehen kann er sie im neuen Solarkataster der Stadt Aachen. Im Internet ist dieses Kataster nun auf http://www.aachen.de abrufbar. Es ist in erster Linie eine große Karte der Stadt, die auf einem 3D-Modell basiert, das wiederum anhand von Luftaufnahmen aus dem Frühjahr 2010 erarbeitet wurde, die das Land NRW veranlasst hatte. 80.000 Dächer wurden anschließend daraufhin untersucht, ob und wie sie sich für Solaranlagen nutzen lassen.

Für jedes Dach können Berechnungen angestellt werden, doch zunächst weist die Farbe darauf hin, ob eine solche Berechnung überhaupt lohnt. Bei roten Dächern in jedem Fall. Bei blauen nicht. Die Berechnungen für das Solarkataster haben bereits vor Veröffentlichung für bemerkenswerte Resultate gesorgt. Vor allem ein Ergebnis lässt Umweltdezernentin Gisela Nacken aufhorchen: Mit den 20 Prozent sehr gut geeigneten Aachener Dächern ließe sich mittels Photovoltaikanlagen so viel Strom erzeugen, wie alle Aachener Haushalte verbrauchen.

„Das ist eine sensationelle Nachricht”, sagt Nacken, „Nun muss es heißen: Bürger, packt an!” Denn: 360.000 Megawattstunden Energie ließen sich mit 20 Prozent der Dachflächen aus der Sonne produzieren. Die Gesamtfläche der Anlagen würde dann etwa 490 Fußballfelder betragen. Bislang werden etwa zehn Hektar - also kaum mehr als zehn Fußballfelder - für Solarenergie genutzt. „Die Bürger sind jetzt am Zuge. Auch Kirchen und Vereine sollten sich ihre Dächer anschauen”, sagt Nacken. Zudem ließen sich 225.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen.

Das Solarkataster - in anderen Städten längst erfolgreich eingeführt - ist aber mehr als eine Karte. Es sind grundsätzliche Informationen, Planungsanleitung und -hilfe, Handwerkerlisten, Finanzierungsberechnungen, Kostenübersichten, Fördermöglichkeiten aufgeführt. „Es ist ein richtiges Rundum-Paket”, beschreibt die städtische Klimaschutzbeauftragte Maria Vankann.

„Wir wollen, dass die Bürger sich reinklicken, dafür haben wir das Thema einfach und transparent aufgearbeitet”, fügt Klaus Meiners vom Fachbereich Umwelt hinzu. Denn letztlich überzeugen die genannten Zahlen. In Aachen sieht man - zumindest im Kataster - nämlich gerne und viel rot. Und so sagt Andreas Maul, Vertriebsleiter beim städtischen Solarpartner Stawag: „Das Potenzial in Aachen ist riesig.”

Alles geprüft: Beim Datenschutz werden keine Probleme gesehen

Der Maßstab der Karten des Solarkatasters sei so gewählt, dass kein Personenbezug hergestellt werden könne, erläutert der städtische Datenschutzbeauftragte Gerhard Döffinger. „Der Datenschutz wurde von Anfang an einbezogen, wir sehen hier keine Probleme.”

Jeder Grundstückseigentümer könne aber veranlassen, dass sein Dach nicht farbig markiert werde. Ein Brief oder Schreiben über das Internetportal sind laut Döffinger ausreichend.

Im Vorfeld hatte vor allem die FDP Datenschutzbedenken gesehen. Daraufhin gab es 28 Einwände für rund 50 Gebäude.

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