Im Netzwerk für Schüler und Betriebe hakt es manchmal noch

Von: Svenja Pesch
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Aachen. Ein Jahr, 365 Tage, in denen viel passiert, sich viel verändert und nicht immer alles ganz rund läuft. Im September 2013 eröffnete Ministerin Svenja Schulze das ZDI-Netzwerk (Zukunft durch Innovation) offiziell in Aachen.

 Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler durch Praktika in verschiedenen Institutionen an die sogenannten Mint-Fächer heranzuführen und sie vielleicht sogar zu einer Ausbildung in diesem Bereich zu bewegen.

Denn Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sind nach wie vor in der Beliebtheitsskala nicht weit vorne. Das Unternehmen Philips hat bereits seit August eine Kooperation mit der Hauptschule Aretzstraße ins Leben gerufen und zog jetzt eine erste Bilanz. Fünf Schüler der neunten Klasse hatten die Möglichkeit, ein Schuljahr lang einmal wöchentlich den Betrieb im Rahmen eines Praktikums kennenzulernen. Susanne Kaiser-Bach ist nicht nur Philips-Standorkoordinatorin, sondern auch ZDI-Betreuerin. Ihr Zwischenfazit ist im Großen und Ganzen positiv: „Wir haben drei Jungen und zwei Mädchen eingeladen. Erstaunlich ist, dass die Noten aller Beteiligten in den Mint-Fächern besser geworden sind. Teilweise haben sie sich um zwei Noten gesteigert.“ Auch soziale Kompetenzen seien erfolgreich gefördert worden. „Die Schüler sind offener, kommunikativer und kooperativer geworden. Zwei von ihnen möchten wir sogar einen Ausbildungsplatz als Indus-triemechaniker anbieten.“

Doch trotz der Verbesserung der sozialen und methodischen Fähigkeiten gebe es auch Anlass zur Sorge, geht Kaiser-Bach ins Detail: „Was wir brauchen, ist eine engere Anbindung an die Eltern und Lehrer. Denn einige Schüler haben offensichtlich Probleme, so dass sie manchmal zu spät oder gar nicht im Betrieb erscheinen. Und wenn, dann sind oft unkonzentriert und nicht bei der Sache. Fragt man nach, erfährt man zum Teil erschreckende Dinge.“ Der Appell: Auch die Kommunikation zwischen Pädagogen und Eltern müsse noch besser werden. Denn oft wüssten Eltern gar nicht, wie talentiert ihr Kind sei oder wo es Unterstützung benötige. Abhilfe könnte der Einsatz von Ehrenamtlichen schaffen, die als Schnittstellen zwischen Eltern, Firma und Lehrern fungieren könnten.

Erfahrungsgemäß nütze die ZDI-Initiative Schülern und Betrieben gleichermaßen, weshalb eine Optimierung für alle vorteilhaft sei, ergänzt Kaiser-Bach. Auch Gymnasien, Realschulen, Stadt und VHS sind Teil des wachsenden Netzwerks, welches mit viel Engagement versucht, Schülern Technik und Naturwissenschaften näherzubringen – nicht zuletzt, um den Nachwuchs zu sichern. Fazit: Philips möchte die Kooperation mit der Hauptschule Aretzstraße in jedem Fall fortführen und weiter verbessern.

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