Im „Krokodil“ geht‘s ziemlich zahnlos zu

Von: alp
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Aachen. Die große Aussprache im „Krokodil“, zu der die Baal-Gegner für heute eingeladen haben, könnte eine ziemlich zahnlose Angelegenheit werden. Denn zahlreiche CDU-Fraktionsmitglieder sollen ihre Teilnahme wieder abgesagt haben, manche sind auch trotz großen Krachs in der Fraktion ganz friedlich in Urlaub gefahren.

 Maike Schlick betonte am Dienstag: „Wir halten das Angebot zum Gespräch offen, wir werden ja sehen, wie viele kommen.“

Harald Baal hatte bereits am Montag gesagt, dass er wegen wichtiger anderer Termine verhindert sei. Und auch Parteivorsitzende Ulla Thönnissen – ausdrücklich von den Baal-Gegnern um die beiden Fraktions-Vizevorsitzenden Maike Schlick und Ralf Otten eingeladen – wird dem „Krokodil“ nicht die Ehre erweisen. „Ich gehe da nicht hin“, sagte sie gestern der AZ. Wohl, weil sie einen anderen Weg gewählt hat, Gespräche über Gespräche führt sie – unter vier Augen.

Die Parteivorsitzende gibt sich jetzt doch betont kämpferisch. „Ich arbeite intensiv an einer Lösung. Ob das klappt, entscheidet sich sehr bald.“ Was sie vermeiden will, ist klar: Eine Fraktionssitzung, bei der es zu einer Kampfabstimmung zwischen den derzeit gegnerischen Lagern um Baal auf der einen und Schlick und Otten auf der anderen Seite kommt. Das, so mutmaßen viele, würde massive negative Auswirkungen auf die weitere politische Arbeit in der schwarz-grünen Koalition haben.

Wäre ein Parteitag eine Alternative zur Konfliktlösung? Gestern ging auf der Geschäftsstelle ein Antrag des ehemaligen CDU-Vorsitzenden Leo Frings aus Eilendorf ein. Der 85-Jährige beantragt einen außerordentlichen Kreisparteitag, um Wege aus dem Dilemma zu finden. Doch dies scheint schon aus formellen Gründen – zum Beispiel in Bezug auf die Ladungsfristen – nicht der richtige Weg zu sein.

Übrigens: Während sich fast alle Verfahrensbeteiligten in mehr oder minder großes Schweigen hüllen, findet ein munterer Gedankenaustausch via Facebook statt. Vor allem Ex-Oberstadtdirektor Heiner Berger ist dort aktiv. Er schreibt unter anderem: „Das einzige, was die Aachener CDU fürchten muss, ist ihre unverständliche Vasallentreue zu grünen Positionen. Deswegen bedarf die Aussage ,Wir stellen die Koalition mit den Grünen keineswegs in Frage‘ der völligen Umkehrung!“

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