Im Kita-Ausbau steckt jede Menge Musik

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
12012498.jpg
Jedes Gebäude stellt die Planer vor spezielle Herausforderungen: In der Düppelstraße entsprach die Raumaufteilung nicht mehr den Anforderungen des Landschaftsverbands Rheinland (LVR). Durch die Erweiterung gewinnt die Kita im Ostviertel nun zwei Gruppen. Foto: Michael Jaspers
12012427.jpg
Jedes Gebäude stellt die Planer vor spezielle Herausforderungen: In Schleckheim ist der Neubau der Kindertagesstätte über einen lichtdurchfluteten Eingangsbereich an das denkmalgeschützte Bruchsteinhaus angebunden. Foto: Michael Jaspers
12012502.jpg
Jedes Gebäude stellt die Planer vor spezielle Herausforderungen: Der Neubau im Preuswald ist wegen seiner Hanglage zweigeschossig konzipiert. Der Clou: Kinder und Eltern erreichen das Gebäude künftig über eine kleine Brücke. Vom weiträumigen Foyer führen eine Treppe und ein Aufzug ins Untergeschoss. Foto: Michael Jaspers
12012415.jpg
Reimser Straße: In Aachens Südwesten entsteht eines der größten und teuersten Kitaprojekte Aachens in der jüngeren Vergangenheit. Kosten: 3,3 Millionen Euro. Foto: Michael Jaspers
12012414.jpg
Aachener Straße: Der geschwungene Spielflur zeichnet den Neubau mit zentraler Eingangshalle aus. Von dort geht es in die Bereiche der einzelnen Gruppen. Foto: Michael Jaspers
12008221.jpg
Düppelstraße: Der Altbau (l.), entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts, wird über ein schickes Glasfoyer mit dem eingeschossigen Anbau verbunden. Foto: Michael Jaspers
12012417.jpg
Zufriedene Gesichter beim Gebäudemanagement: Manfred Lennartz (rechts), U3-Programm-Koordinator Stephan Ganser (Mitte) und Bernd Keiser, Projektleiter Kita Reimser und Aachener Straße, sind zuversichtlich, dass die drei großen Baumaßnahmen bis zum Sommer 2016 fertig sind. Foto: Michael Jaspers

Aachen. In Aachens Kita-Ausbau ist jede Menge Musik drin. Das wird derzeit nirgendwo deutlicher als in Schleckheim. Denn dort, wo derzeit an der Aachener Straße ein schmucker Kita-Neubau entsteht, der sich elegant an ein denkmalgeschütztes Bruchsteinhaus anlehnt, werden ab Sommer nicht nur rund 80 Kinder mit Pauken und Trompeten einziehen.

Auch die Big Band Nütheim-Schleckheim gibt in Teilen des Gebäudes dann den Takt vor. Der Keller des mittlerweile abgerissenen Gebäudes aus den 1960er Jahre wurde nämlich erhalten und im Zuge des millionenschweren Kita-Ausbaus ebenfalls renoviert, damit dort künftig die engagierten Musiker proben können.

Aachen ist bekannt dafür, stets nach individuellen und mitunter architektonisch anspruchsvollen Lösungen zu suchen, um die steigende Nachfrage nach U3- und auch Ü3-Plätzen zu stillen. „Wir haben einen hohen Anspruch an die Gebäude“, sagt Manfred Lennartz. Der Abteilungsleiter des städtischen Gebäudemanagements betont: „Wir bauen nachhaltig und qualitativ hochwertig.“

Das bedeutet: Die Kitas werden nach modernsten energetischen Standards errichtet, sie garantieren barrierefreien Zugang und sind für eine viele Jahrzehnte lange Nutzungsdauer konzipiert. Und: Die Lage ist entscheidend – gerade im dicht besiedelten Aachener Talkessel. Grundstücke, die in Frage kommen, gibt es nämlich nur wenige. „Wir bauen Kitas schließlich nicht auf die grüne Wiese, sondern mitten in die Sozialräume“, ergänzt Stephan Ganser, der für den kompletten U3-Ausbau zuständig ist. Kitas entstehen also dort, wo die Menschen leben. Und wo – siehe Schleckheim – sprichwörtlich die Musik spielt.

Seit Jahren dreht die Stadt das große Rad für Aachens kleine Bürger. Das Programm „Ausbau der Kitas 2012-2016“ geht nun in die Endphase. Rund 20 Millionen wurden in den Topf geschmissen, um Aachens Kindertagesstätten aufzupäppeln, aus- oder komplett neu zu bauen. Drei Projekte mit einem Gesamtumfang von gut acht Millionen Euro biegen in diesem Frühjahr in die Zielgerade ein.

Ein kompletter Neubau entsteht derzeit im Preuswald an der Reimser Straße. Aufwendige Erweiterungsbauten realisiert das Gebäudemanagement der Stadt in Schleckheim an der Aachener Straße sowie im Ostviertel an der Düppelstraße. Schluss ist damit aber längst nicht. Die Politik hat bereits ein neues Zehn-Kita-Programm auf die Schiene gesetzt, da der Bedarf an Plätzen – gerade im U3-Bereich – weiter ungebrochen hoch ist.

Reimser Straße: Direkt neben der alten Kita aus den 60er Jahren und der Grundschule entsteht im Preuswald ein langgezogener zweigeschossiger Neubau mit Mehrzweckraum in Hanglage. Eine Besonderheit wird sicherlich die kleine Stahlbrücke, über die Eltern, Kinder und Erzieher künftig den Haupteingang im 1. Obergeschoss der städtischen Kita erreichen.

Baubeginn war im März 2015. Geplant vom Aachener Büro „pbs Architekten“, entstehen in dem Gebäude fünf Kita-Gruppen im U3- und Ü3-Bereich mit einer Nutzfläche von 889 Quadratmetern für insgesamt bis zu 100 Kinder. Die Investitionssumme liegt laut Gebäudemanagement bei 3,3 Millionen Euro.

Die bisher drei-gruppige Einrichtung in der Nachbarschaft zieht ab dem kommenden Kitajahr dann – aufgestockt um zwei Gruppen – in den Neubau. Das in die Jahre gekommene alte Gebäude in direkter Nachbarschaft soll zunächst als Auslagerungsstätte für weitere Aachener Kitas, die womöglich saniert werden müssen, erhalten bleiben.

Aachener Straße: In Schleckheim bestand die bisherige dreigruppige Einrichtung aus zwei Gebäudeteilen, die nur durch einen überdachten Weg miteinander verbunden waren. Während das denkmalgeschützte Bruchsteinhaus aufwendig saniert wurde, hat man den eingeschossigen Nebenbau aus dem Jahr 1965 abgerissen und einen eleganten neuen Komplex mit fließenden Formen und viel Licht entworfen.

Die Kita wird nach den Bauarbeiten fünf Gruppen für insgesamt rund 80 Kinder (U3, Ü3 und integrativ) beherbergen, hierfür steht eine Nutzfläche von 1038 Quadratmetern zur Verfügung (Neubau und Denkmal). Baubeginn war Ende 2014, die letzten Arbeiter sollen im August 2016 die Aachener Straße verlassen. Die architektonische Planung liegt beim Aachener Büro „Herkrath + Bogatzki“. Kosten der Maßnahme: 2,9 Millionen Euro. Für die Dauer der Bauarbeiten sind die Kinder von der Aachener Straße in der Auslagerungsstätte Schagenstraße in Brand untergebracht.

Düppelstraße: Auch die bisher dreigruppige Kita im Ostviertel erhält im Rahmen des U3-Programms einen Erweiterungsbau. Das alte Gebäude stammt, ebenso wie die nebenan liegende Grundschule, aus dem Anfang des vorherigen Jahrhunderts. Das gesamte Raumkonzept entsprach nicht mehr den heutigen Vorgaben für den Betrieb einer Kita. Daher wurde ein eingeschossiger Anbau mit Flachdach angefügt.

Der Übergang beider Gebäude gelingt elegant über ein neues, lichtdurchflutetes Foyer, das auch als Mehrzweckraum genutzt werden kann. Auch diese Kita wird nach dem Um- und Ausbau auf fünf Gruppen aufgestockt. Baubeginn war im Herbst 2014, das Gebäudemanagement rechnet mit der Fertigstellung im Sommer 2016. Die Planung hat das Büro „Glashaus Architekten“ aus Aachen übernommen.

Die Nutzfläche liegt künftig bei etwa 480 Quadratmetern. Die Investitionssumme für den Erweiterungsbau sowie für die Modernisierung des Altbaus liegt bei 1,87 Millionen Euro. Für die Zeit des Umbaus muss die Kita Düppelstraße in die Container an der Barbarastraße in Rothe Erde ausgelagert werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert