Aachen - Im Glockenturm schlägt Stunde der Handwerker

Im Glockenturm schlägt Stunde der Handwerker

Von: Thorsten Karbach
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Das tonnenschwere Geläut zu Füßen: Christian Kerkhoff wird bis Donnerstagnachmittag die Lager der Domglocken „Johannes, der Evangelist“ (hier im Bild), und Johannes, der Täufer, ersetzen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Heute schweigt Johannes, der Evangelist. Und der Täufer auch. Die 10-Uhr-Messe wird ohne Glockenläuten gefeiert. Nur der Stundenschlag ist am Münsterplatz zu hören. Mehr nicht. Denn Johannes, der Evangelist, und Johannes, der Täufer, sind zwei der acht Glocken hoch oben im Aachener Dom und an beiden werden noch bis Donnerstag die sogenannten Lagerplatten ausgetauscht.

 „Johannes und Johannes sind beim Läuten ganz wichtige Glocken, und ohne die beiden würde sich das nicht gut anhören“, sagt Dombaumeister Helmut Maintz.

Es sind zwei richtige Schwergewichte im Aachener Glockenspiel, diese Glocken mit den Nummer 3 und 4. Der Evangelist wiegt bei 135 Zentimetern Durchmesser 1400 Kilogramm. Der Täufer bei 120,5 Zentimetern immer noch 1225. Alle acht Glocken bringen zusammen sage und schreibe 13,3 Tonnen auf die Waage, wobei allein die „Maria“ 5,8 Tonnen schwer ist.

Die Lager (Eisenplatten) an den beiden Johannesglocken, auf denen die Eisenzapfen des Glockenjochs ruhen, sind im Glockenstuhl verrutscht – das wurde bei Wartungsarbeiten entdeckt. Es sind, so Dombaumeister Maintz, zwar nur Millimeter, aber die können riesige Auswirkungen haben. Denn so wirken mit jedem Läuten Schubkräfte auf den Dachstuhl, die dem ganzen Turm ganz und gar nicht gut tun. Der würden ohne Reparatur allzu sehr ins Schwingen kommen. Heiliger Bimbam!

Mit größeren Eisen als Lagerplatten soll das verhindert werden. Darauf setzen die Experten der Glocken- und Kunstgussmanufaktur Petit & Gebrüder Edelbrock aus Gescher im Münsterland. Und so sitzt Christian Kerkhoff oben im Glockenstuhl und bearbeitet die Balken. Seine Füße baumeln zwischen den Glocken – sieben von ihnen sind von 1659, die achte war „Kriegsspende“ und musste neu gegossen werden.

Am Donnerstag soll dann allen acht Glocken wieder Beine gemacht werden. Dann werden die neuen Lagerplatten eingebaut sein, und es wird – wahrscheinlich im späten Nachmittag – zur Probe geläutet. Dann hat das Schweigen ein Ende.

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