Im Eiltempo durch die aktuelle Jugendkultur

Von: Eva Onkels
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Turbulente Szenen: Der Jugendclub U21 zeigte im Mörgens „Wir sind verdammt gut drauf!“. Foto: Carl Brunn

Aachen. Es mag auf den ersten Blick ein ziemlich provokantes Lied sein, dass sich der Jugendclub U21 des Theaters Aachen als Eröffnungssong für ihre neueste Premiere herausgesucht hat. „Wir wollen eine Mauer bau‘n, wir brauchen eine Mauer im Kopf, wir müssen eine Mauer errichten, eine Mauer der Liebe“, heißt es in dem Song „Mauern“ von Rocko Schamoni, Entertainer, Musiker, Autor und Schauspieler.

Doch der Song passt erstaunlich gut zur neuen Produktion. „Wir sind verdammt gut drauf!“, heißt das Werk, das vollständig durch Mitglieder des Jugendclubs entwickelt worden ist und am Sonntagabend im Mörgens vor vorwiegend jugendlichem Publikum Premiere feierte.

Unter der Leitung von Hannes Schuhmacher, Niklas von Mauschwitz und Lasse Lehmann entwickelten die sieben Darstellerinnen und Darsteller ein Stück rund um Jugend und Jugendkultur. Initiiert durch die Anfangsfrage „Was ist schlimmer als ewig zu leben?“ stellten sich die Jugendlichen den Dingen, die sie bewegten.

Niklas (Niklas Schallenberg), in Hemd und Krawatte, fragt sich: „Was ist schlimm daran, ein Spießer zu sein?“ Schließlich gesteht Niklas: „Bärchenwurst ist geil.“ Darin verbirgt sich einerseits das noch Kindliche im Jugendlichen, andererseits jugendtypische Sprache. Im Stück wird geflucht und geschrien, Snapchat, Instagram und Whats App sind fest in die Sprache des Stückes eingegliedert.

„Wir sind verdammt gut drauf!“ ist kein Stück mit zusammenhängender Handlung. Es ist eine Collage, die sich von Gedanken zu Gedanken hangelt. Es geht um Drogen, Demonstrationen, Freundschaft, soziale Medien und das alles in einem rasanten Tempo.

„Nur wenn wir uns Sorgen machen, sind wir bewusste Bürger“, skandiert Lina (Lina Nordhausen) und organisiert eine Demo. Ein Streit entsteht zwischen ihr und Paula (Paula Zuiderduin), die mit dem Demonstrieren wenig anfangen kann – und plötzlich steht Lina nach einem Wutausbruch ganz alleine da. Sie wird aus der Whats App-Gruppe entfernt: „Ich gehöre ja dazu, ich muss das doch wissen“, fragt sie die anderen und wirkt in dem Moment verletzlich, „wir sind doch Freunde“.

Georg (Georg Langen) stellt sich die Frage, was eigentlich wichtig im Leben ist. „Man muss sich dafür einsetzen – für das, was wichtig ist“, wiederholt er. Es geht um Wertfragen und um den Blick auf die Jugendlichen von heute: „Die Jugend ist oberflächlich und macht sich keine Gedanken über gesellschaftliche Werte“, führt Georg weiter aus. Zynisch wirkt er dabei, denn er und seine Freunde machen sich viele Gedanken. Schließlich muss auch Janos (Janos Puschmann), der die Eingangsfrage nach dem ewigen Leben stellte, sich eingestehen, dass er die richtige Antwort auf seine Frage gar nicht kennt.

Und so endet das Stück nachdenklich – aber mit einem tiefen Einblick in eine interessante Jugendkultur.

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