Im Atelierhaus gibt es Kunst ab Werk

Von: Angelina Boerger
Letzte Aktualisierung:
11201346.jpg
Haben das Experiment gewagt: Zehn der insgesamt zwanzig teilnehmenden Künstler des Atelierhaus Aachen Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Accrochage“ kommt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie „Aufhängen aus eigenem Bestand“ und ist der Titel der am Sonntag, 8. November, anlaufenden Ausstellung des Atelierhaus Aachen.

20 Künstler zeigen Kunst aus ihrem Repertoire und bieten diese Kunstbegeisterten und Sammlern zu verhältnismäßig billigen Preisen an. Von Malerei, über Fotografie, Grafik, Plastik und Lichtobjekten ist alles dabei. Jenseits der klassischen Hängung konnten die Künstler selbst bestimmen, an welchem Platz und welche Werke sie ausstellen möchten. Jeder hatte zwei mal vier Quadratmeter Platz, sonst gab es keine Vorgaben.

Die Bilderfülle ist laut Nadya Bascha, Leiterin des Atelierhaus, höchst ungewöhnlich und könnte auf das Publikum etwas erschlagend wirken, dennoch freut sie sich sehr über dieses unkonventionelle Format. „Es war ein Experiment. Anfangs wusste keiner der Austeller, wer sein Nachbar werden würde und trotzdem harmonieren alle Werke auf eine gewisse Art und Weise miteinander.“ Auch die Künstler sind vom Ergebnis begeistert. „Das interaktive Zusammenspiel und die eigene Organisation der Ausstellung hat mir besonders gut gefallen,“ sagt die gebürtige Rumänin Olivia Janku, die ihre Werke „Gold“ und „Welle“ aus dem Archiv gekramt hat.

„Wir sind Künstler und wollen der Welt etwas von uns zeigen, um damit Bekanntheit zuerlangen.“ Außerdem hätten die Besucher die seltene Gelegenheit, alle Künstler an einem Abend kennenzulernen. Kunstschöpferin Dorothee Schmidt ist ebenfalls ganz angetan: „Wir sind um die fünfzig Künstler an diesem Standort, die die meiste Zeit eher für sich arbeiten. Als ich von dem Konzept gehört habe, war ich sofort Feuer und Flamme.“ Schmidt, die viel durch Asien gereist ist und ihre Impressionen in ihrer Kunst verarbeitet, hat vor allem Einzelstücke aus dem Lager geholt, um diese in ein neues Licht zu setzen.

„Diese Petersburger Hängung ermöglicht es uns, an die Wand zu hängen, was wir wollen. Sonst wird pro Künstler oft nur ein einzelnes Werk gezeigt.“ Für musikalische Untermalung bei der Eröffnung sorgt der Künstler und Gitarrist Piet Hodiamont, der ebenfalls zwei seiner Kunstwerke aufgehangen hat. „So billig kommt man selten an gute Kunst. Das ist ja schon fast ein Lagerverkauf.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert