Illegales Autorennen: Punkte, Bußgelder, Fahrverbot

Von: Albrecht Peltzer
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Auf die drei Fahrer, die vermutlich ein illegales Rennen auf der Krefelder Straße veranstaltet haben, kommen empfindliche Strafen zu. Symbolbild: dpa

Aachen. Das illegale Autorennen vom vergangenen Wochenende wird für die Beteiligten ein teures Vergnügen. Angesichts des Strafen- und Bußgeldkataloges, den die Polizei am Donnerstag veröffentlichte, dürfte den „Piloten“ im Nachhinein schnell der Spaß vergangen sein.

Die drei Fahrer waren in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit rund 120 Stundenkilometern über die Krefelder Straße gerast. Dabei überholten sie sich gegenseitig mehrfach. Ein Indiz für die Polizei, dass die drei Freunde ein privates Rennen veranstalteten. Die Ermittlungen diesbezüglich laufen noch, weitere Zeugen müssten noch vernommen werden, so die Polizei am Donnerstag.

Ihre drei Fahrzeuge – ein Toyota, ein Mercedes und ein BMW – wurden zur technischen Überprüfung sichergestellt. Die ergab jetzt, dass die Fahrzeuge wegen erheblichen Tunings keine Betriebserlaubnis mehr hatten. Unter den zahlreichen Mängeln waren unter anderem: Einbau einer unzulässigen Schalldämpferanlage; Einbau unzulässiger Bremsschläuche sowohl vorne, als auch hinten; Standgeräusche erheblich über Normwert; Fahrwerk zu tief gelegt; Verwendung eines unzulässigen Lenkrades; Benutzung eines schadhaften Lenkschlosses mit Blockiergefahr der Lenkanlage; Benutzung nicht zugelassener – konkret: zu breiter – Reifen; Benutzung abgefahrener Reifen.

Dass die drei Raser jetzt zunächst zu Fußgängern – wahlweise ÖPNV-Kunden – werden, versteht sich von selbst. Die Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit bis 50 Stundenkilometern hat ein einmonatiges Fahrverbot zur Folge. Darüber hinaus kostet dies 200 Euro, zwei Punkte in der Flensburger Verkehrssünder-Kartei gibt‘s als Zugabe. Das Fahrverbot könnte sich auch in die Länge ziehen. Laut Polizeisprecher Werner Schneider werde die Behörde beim Straßenverkehrsamt beantragen, „die Eignung oder Befähigung zum Führen von Kraftfahrzeugen“ der drei Männer zu überprüfen.

Doch damit nicht genug, auf das Piloten-Trio kommen noch weitere Kosten zu. Jeder muss für das „Erlöschen der Betriebserlaubnis“ 90 Euro Bußgeld zahlen (ein Punkt in Flensburg), die Tour mit abgefahrenen Reifen kostet 60 Euro (ein Punkt). Rund 300 Euro pro Fahrer kosten das Abschleppen der Pkw, das Unterstellen bei der Polizei und das TÜV-Gutachten. Sollten die Raser vorhaben, ihre getunten Fahrzeuge wieder im normalen Straßenverkehr zu bewegen, müssen die erheblichen Veränderungen zurückgebaut werden. Was angesichts der massiven Veränderungen, die an den drei Pkw vorgenommen worden sind, zu weiteren erheblichen Kosten führen dürfte.

Sollte sich der Verdacht erhärten, dass es sich nicht um reines Rasen, sondern tatsächlich um ein illegales Rennen im öffentlichen Straßenraum gehandelt hat, dreht sich die Kosten- und Strafspirale weiter. Die Teilnahme an solchen Rennen wird mit 400 Euro Bußgeld belegt. Dazu gibt es weitere zwei Punkte in Flensburg und ein dreimonatiges Fahrverbot.

Die Aachener Polizei betonte auch Donnerstag noch einmal, „massiv“ gegen derartige Rennen vorgehen zu wollen. Die Straße sei kein „Tummelplatz für PS-orientierte Adrenalinjunkies“. Raser müssten erkennen, „dass sie durch ihr Fehlverhalten das Unfallrisiko für alle erhöhen. Und dann trifft es oft die völlig Unbeteiligten.“

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