Illegale Autorennen: Polizei will „massiv vorgehen“

Von: Oliver Schmetz
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Polizeikelle
Nach der Raserei auf der Krefelder Straße laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Foto: dpa

Aachen. Verstärkt ermitteln und verschärft beobachten: Angesichts der jüngsten Todesfälle bei illegalen Autorennen in Köln und Bremen will die Aachener Polizei gegen das Problem nach den Vorkommnissen auf der Krefelder Straße am Wochenende „sofort massiv vorgehen“, sagt Polizeisprecher Werner Schneider.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag hatte ein Streifenwagen dort drei Autofahrer verfolgt und gestoppt, die mit ihren offensichtlich getunten Fahrzeugen mit 120 km/h durch den Tempo-50-Bereich rasten.

Und auch wenn die Aachener Polizei noch nicht hundertprozentig sicher ist, ob es sich dabei tatsächlich um ein illegales Autorennen handelte, so spricht doch eine Menge dafür: Schließlich überholten sich die drei Fahrer mehrfach gegenseitig, außerdem kennen sich die Männer. Und alle drei Fahrzeuge – ein Toyota, ein BMW und ein Mercedes – sind nach ersten Erkenntnissen getunt, also illegal schneller und lauter gemacht worden.

Voraussichtlich am Mittwoch sollen sie beim TÜV genau unter die Lupe genommen werden. Festgestellt werden soll nun von Spezialisten, ob an den Wagen technische Veränderungen vorgenommen worden sind, wie sie bei Teilnehmern an illegalen Autorennen häufiger zu finden sind. „Und es deutet einiges in diese Richtung“, sagt Schneider.

Für die Aachener Polizei sei die zufällige „Spontanentdeckung“ der Raserei auf der Krefelder Straße in Sachen illegale Autorennen nun allerdings der „erste Prüffall“, so der Polizeisprecher. Anders als beispielsweise in Köln, wo die gefährliche Raserei schon seit Jahren ein Problem ist und die Polizei hierfür eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet hat, gebe es in Aachen „keine Erkenntnisse über eine entsprechende Szene“, so Schneider.

Was allerdings nicht zwangsläufig heißen muss, dass es eine solche nicht trotzdem gibt. Auf der AZ-Homepage gaben am Dienstag mehrere Leser Hinweise auf beliebte „Rennstrecken“ in der Region. „Dem werden wir nachgehen“, begrüßt Schneider eine solche Unterstützung aus der Bevölkerung.

Derweil würden die drei Verdächtigen aus Aachen, Stolberg und Roetgen, die auf der Krefelder Straße gestoppt wurden, intensiv vernommen, außerdem höre man noch Zeugen. Den 26, 27 und 35 Jahre alten Männern drohen laut Polizei empfindliche Strafen.

Das fängt damit an, dass ihre aufgemotzten Fahrzeuge sichergestellt sind – und das laut Polizei auch erst einmal bleiben, wenn sich bei der Überprüfung bestätigt, dass durch die technischen Veränderungen die Betriebserlaubnis erloschen ist. Aber vielleicht werden die drei Raser ohnehin für längere Zeit zu Fußgängern.

Je nach Ermittlungsergebnis wird die Polizei wohl den Behörden bei den Männern die Prüfung der charakterlichen Eignung zum Führen eines Fahrzeugs empfehlen. Und dann geht es laut Schneider nicht nur um einen kurzzeitigen Verlust des „Lappens“ wegen zu schnellen Fahrens, sondern um eine längerfristige Entziehung der Fahrerlaubnis.

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