IHK gegen Umweltzone: „Sinnlos und Fehlinvestition“

Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen hat sich in einer Stellungnahme an die Bezirksregierung Köln deutlich gegen die Pläne ausgesprochen, eine Umweltzone in der Stadt Aachen einzurichten. „Diese Maßnahme ist aus ökologischer Sicht wirkungslos und eine Fehlinvestition, die bei den knappen Haushaltsmitteln der Stadt sogar nachhaltige Schritte zur Luftreinhaltung wie die Erneuerung der Aseag-Busflotte verhindern könnte“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer.

Der bisherige Aachener Weg müsse fortgeführt werden, betont die Kammer in ihrem Schreiben. Neben denjenigen, die fortgeschrieben würden, enthalte der aktuelle Luftreinhalteplan 36 neue oder modifizierte Maßnahmen. Eine große Chance liege etwa in dem Projekt „Effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation Region Rheinland“.

„Die Wirksamkeit einer Umweltzone ist an technische Spezifikationen gekoppelt, die nahezu ausgereizt sind. Der Aachener Weg führt deutlich weiter“, betont Bayer: „Er zielt darauf ab, das Mobilitätsverhalten aller Verkehrsteilnehmer zu verändern und den Verkehr zu reduzieren. Nur so lässt sich das Stickstoffdioxidproblem lösen, denn die Verkehrsbelastung trägt zu rund 60 Prozent zur Stickstoffdioxidbelastung bei.“

Maßnahmen wie diese seien jedoch nicht mehr finanzierbar, wenn in die Einrichtung einer Umweltzone investiert werde. Durch die damit verbundenen Aufgaben sähe sich die Stadt Aachen mit Kosten im sechsstelligen Bereich konfrontiert. Darüber hinaus seien für die Wirtschaft Umsatzverluste in Höhe von mehreren Millionen Euro zu befürchten – insbesondere für den Einzelhandel und die Gastronomie, die mit einem enormen Kundenrückgang aus den Nachbarländern zu rechnen hätten.

Die IHK Aachen ist mit den übrigen Rheinland-Kammern sowie dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg/mobil-im-rheinland an der Umsetzung des Projekts „Effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation Region Rheinland“ beteiligt. Zudem hat sie den bisherigen Aachener Weg unterstützt und ist in einige der Maßnahmen selbst eingebunden, etwa in die Erstellung des Verkehrsentwicklungsplans, die betriebliche Mobilitätsberatung oder „Mobil.Pro.Fit“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert