Burtscheid - IG Burtscheid: Haugrund übernimmt Vorsitz

IG Burtscheid: Haugrund übernimmt Vorsitz

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:
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Entree Nr.1: Von der Innenstadt aus empfängt dieses Bild die Burtscheider Besucher. Die Sanierung des Viadukts hört hier auf. Foto: Michael Jaspers

Burtscheid. Wenn es um Burtscheid geht, dann ist Rolf-Leonhard Haugrund auch der Sonntagmorgen nicht heilig. Dann steht er auf wie zu Arbeitszeiten und lädt ein zu einem Rundgang durch den Stadtteil im Aachener Süden. Und das gleich aus mehreren guten Gründen.

Erstens liegt Haugrund Burtscheid seit Kindheitstagen am Herzen, zweitens hat er hier seinen beruflichen Schwerpunkt. Und drittens hat Rolf-Leonhard Haugrund jüngst den Vorsitz in der BIG übernommen. Die drei Buchstaben stehen für Burtscheider Interessengemeinschaft, den Zusammenschluss der Burtscheider Kaufmannschaft.

„Noch funktioniert alles”

Motivation genug sich zu engagieren für den 58-Jährigen, der von sich sagt: „Ich bin ein Mann der Praxis.” Und als Praktiker legt er gleich zu Beginn seiner Zeit als BIG-Vorsitzender den Finger in die Wunde, denn er sagt auch: „Dieser Stadtteil funktioniert gut - noch. Aber er muss aufpassen, dass er nicht weiter in eine negative Abwärtsbewegung gerät.” Dem will Haugrund mit seinen Mitstreitern entgegenwirken. Der eigentliche Grund für die Übernahme des BIG-Vorsitzes.

Bei einer Ortsbesichtigung führt er zunächst durchs Frankenberger Viertel, das auf der Grenze zwischen Ostviertel und Burtscheid liegt. Seine Analyse: Kaum ein Haus, das nicht in Ordnung oder mit einem Malergerüst versehen ist; viele grundsanierte Gebäude, eine lebendige und individuelle Geschäfts- und Gastronomielandschaft. Und Burtscheid? „Nehmen Sie mal die beiden Portale in den Stadtteil, die Zufahrt über den Krugenofen und durch den Viadukt in die Dammstraße.”

Letztere offenbart in der Tat eine bemerkenswerte Mischung aus Graffiti und wilden Plakatflächen. Zur linken Seite trifft das Auge auf den wunderbar restaurierten Viadukt Richtung Rothe Erde - die eigentliche Brücke über die Bundesstraße ist eines Entrees in ein Kurmittelzentrum unwürdig.

Viel ärger ist das Bild aber am Krugenofen - geprägt von endlosen Leerständen. Nur wenige, durchaus schöne Geschäftslokale wirken dazwischen eher verloren. „Man darf die Frage stellen, ob sich die Hausbesitzer nicht mehr für ihr Eigentum interessieren?”, fragt Haugrund eher rhetorisch. Er befürchtet eine negative Spirale: Wegen der schlechten Bausubstanz könnten nur geringe Mieten erzielt werden, die Investitionen in die Substanz wiederum nicht zuließen. Haugrund appelliert an die Eigentümer, diesen Trend zu stoppen, der sich bereits in angrenzenden Straßen fortsetzt.

Aber der Chef des Marienhospitals mit dem Reha-Haus Rosenquelle sagt auch von sich: „Ich bin Optimist.” Und deshalb will Haugrund gemeinsam mit der BIG konstruktive Ansätze suchen, Vermittler in die Politik sein, Ansprechpartner für die Geschäftsleute und Bürger.

In gewisser Weise ist sein Optimismus bereits bestätigt worden, denn schnell hat sich ein neues Vorstandsteam um ihn gebildet. Neueintritte in die BIG und stornierte Rücktritte machen Rolf-Leonhard Haugrund offensichtlich Mut. „Es geht um einen pulsierenden Stadtteil mit hoher Wohnqualität - und das muss so bleiben.” Ein Zäsur sei da, jetzt seien die Leute gefunden, um wieder voranzugehen.
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