Aachen - I-Tüpfelchen auf den Elisengarten

I-Tüpfelchen auf den Elisengarten

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Moderne Architektur über 5000 Jahren Aachener Geschichte: Die „Archäologische Vitrine” der Architekten Kada und Wittfeld soll im Elisengarten bald für 787.000 Euro gebaut werden.

Aachen. Eigentlich fehlt nur noch das Tüpfelchen auf dem „i”. Fast fertig ist der neue, offene Elisengarten, nachdem sich dort zwischen August 2008 und Februar 2009 die Archäologen „ausgetobt” hatten. Und deren Funde waren bekanntlich derart aufsehenerregend, dass sich die Stadt flott entschloss, zumindest auf einem 60 Quadratmeter großen Teilstück Aachens Geschichte weiterhin offenzulegen.

Ausgewählt wurde eine Fläche in Richtung Ursulinerstraße, auf der man Funde gleich aus mehreren Epochen - und somit aus 5000 Jahren Aachener Siedlungshistorie - bestaunen kann. Diese „archäologische Vitrine” sollte angesichts der Bedeutung allerdings nicht nur ein schlichtes Plexiglasfenster sein, sondern ein hochwertiger Bau.

Ein solcher wird nun tatsächlich dort entstehen - so die Politik kommende Woche noch einmal die entsprechenden Beschlüsse fällt. Umgesetzt werden soll ein Entwurf des Büros „kadawittfeld”, das sich bei einem Wettbewerb durchgesetzt hatte.

Diese exponierte Geschichtspräsentation lässt sich die Stadt auch einiges kosten. 740.000 Euro hatte man ursprünglich kalkuliert, was gar nicht schlecht geschätzt war. Denn jetzt liegen die endgültigen Berechnungen vor, die zu einem Ergebnis von 787.000 Euro kommen. 80 Prozent davon erhofft sich die Stadt als Zuschuss vom Land.

Dafür erhält man eine „emotionale” Hülle, wie es die Architekten selber beschreiben. Sie soll die eigentliche gläserne Einhausung der Fundstelle umschließen und „ganz bewusst als ein architektonischer Glanzpunkt die Bedeutung der Fundstelle hervorheben”.

Wie bedeutend die Fundstelle ist, das wird bald auch in Schriftform vorliegen. Grabungsleiter Gary White arbeitet derzeit intensiv an einem umfassenden Bericht, der zumindest wesentliche Erkenntnisse aus den tausenden Fundstücken bilanziert. „Er ist mit diesem Bericht schon weit”, sagt Stadtarchäologe Andreas Schaub.

Was sich auf jeden Fall bereits herauskristallisiert: Aus der Karolingerzeit hat man nicht nur ein paar Scherben und Fragmente gefunden, sondern regelrechte Siedlungsfragmente. Das hatte man sich zu Beginn erhofft, denn das gab es in Aachen noch nie.

Zeitnah, so Schaub, solle Gary White auch einen Vortrag zu den römischen Funden und deren Einordnung halten. Und dann soll es noch eine Ausstellung mit den interessantesten Teilen geben.
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