Aachen - Hunderte beim Bad in der Menge mit „Madame Annegret“

Hunderte beim Bad in der Menge mit „Madame Annegret“

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Annegret Kramp-Karrenbauer
In der Rotunde des Elisenbrunnens zeigte die CDU-Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer, dass Narrenblut in ihren Adern fließt. Foto: Andreas Schmitter
Annegret Kramp-Karrenbauer
Annegret Kramp-Karrenbauer hat das Bad in der Menge am Samstagmittag sichtlich genossen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Aus dem sonnigen Süden ihrer saarländischen Heimat brachte die designierte Ritterin Wider den tierischen Ernst, Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, Sonnenschein als Gastgeschenk nach Aachen mit.

War hier  in der Nacht noch Schnee gefallen, so  konnte den Fastelovvend-treuen Aachenern nichts Besseres passieren, die da am Samstagmorgen ab 11 Uhr am Elisenbrunnen die Ordensritterin beim traditionellen „Bad in der Menge“ persönlich kennenlernen wollten. Hunderte waren gekommen.

Dabei bestätigte sich einmal mehr,  dass die sympathische Landesmutter des Saarlands ganz zurecht auch den Titel „Madame Annegret“ trägt. „Frau Kramp-Karrenbauer ist ganz natürlich und nicht auf den Mundgefallen. Ich freue mich auf die Fernsehübertragung am Montag“, zeigte sich im Publikum zum Beispiel Rita Halmes begeistert.

Ihren Höhepunkt hatte die Veranstaltung erreicht, als die ritterlichen Gäste, eskortiert von der Prinzengarde Brander Stiere – nach dem Besuch eines Gottesdienstes im Dom und dem Empfang bei Oberbürgermeister Marcel Philipp im Rathaus – in der Rotunde Einzug hielten. „Hier, mitten in Aachen, werden Ritter gemacht“, erklärte Constantin Freiherr Heeremann, Ordensritter von 1976, und fügte hinzu, dass er keinen Ort mehr liebe, als diesen hier, wo er immer freundlich aufgenommen werde.

Ein kleines Ameröllchen der Generalprobe zur Festsitzung gab Annegret Kramp-Karrenbauer zum Besten. „AKV-Präsident Dr. Pfeil hat mich bei der Probe aufgefangen, als ich durch eine Ungeschicklichkeit vom Podest zu fallen drohte“, schilderte sie.

Sie erhielt viel Beifall und Alaaf-Rufe. Und „sie stand ihre Frau“, als sie – nach inständiger Bitte der Moderatoren David Lulley (AKV-Elferrat) und Robert Esser (AZ-Redakteur) – ein Glas „duftendes“ Elisenbrunnenwasser trank. „Ein  belebendes Getränk“, wie Kramp-Karrenbauer dem amüsierten Publikum  mitteilte. Ihrem Beispiel folgten auch Laudator und Ritter Christian Lindner sowie Philipp Freiherr zu Guttenberg. 

Mit Blick auf die Ordensgeschichte unterstrich AKV-Präsident Dr. Werner Pfeil, dass tatsächlich in Aachen Ritter gemacht werden. So sei Philipp vor fünf Jahren zum Knappen seines Bruders Karl-Theodor zu Guttenberg erkoren worden. Ein Jahr später, erneut als dessen Vertreter und Laudator, stieg er zum Ehrenmitglied des AKV auf. Nun wurde er offiziell in den Ordenskonvent aufgenommen. „Heute fällt es leichter. Beim ersten Mal schaute ich als Knappe zu einem Ritter auf – und heute als ein Ritter auf einen Wagenknecht“, scherzte er Richtung Sahra Wagenknecht.

Die Linken-Spitzenpolitikerin sollte am Abend ihr AKV-Debüt erleben.  „Durch diese Veranstaltung hier in der Rotunde kann jeder Bürger live erleben, was am Abend im Eurogress geschieht –  und das gefällt mir“, lobte Zuschauer Wilhelm Gisbertz das „Bad in der Menge“ von AKV und AZ.

Anderthalb Stunden lang tobte der Virus Carnevalis in der Rotunde, beflügelt durch die beiden Moderatoren Robert Esser und David Lulley. Öcher Lieder waren Trumpf bei der Veranstaltung. Die putzmunteren Kinder vajjen Beverau aus der Domsingschule eroberten schon vor der Prominenz die Herzen der Zuhörer. Als mitreißender Stimmungsmacher von Format präsentierte Dr. Kurt Christ seinen Sessionshit 2014 „Konfetti überall“; er bot aber auch den sentimentalen Song „Ne Öche Jong“ – am Abend sollte Christ das furiose Finale bei der AKV-Festsitzung im Eurogress vor 1250 Gästen und Millionen Fernsehzuschauern bestreiten.

Als zwei echte Freunde Aachens zeigten sich Mr. Tagesschau Jens Riewa, zum dritten Mal Co-Moderator der AKV-Festsitzung, der als Hamburger zugab, noch vor drei Jahren keinen Bezug zum Karneval gehabt zu haben. „Heute weiß ich, dass Karneval dem Publikum aus tiefster Seele entspricht“, bekannte er. Zweiter Aachen-Bekenner war Torwartlegende Uli Stein, der sein Profi-Debüt auf dem Tivoli 1976 gegeben hatte und die Alemannia heute als einen Traditionsverein enorm schätzt. „Das ist einzigartig hier und wird immer einen ganz besonderen Stellenwert behalten“, sagte er.

Ihre karnevalistische Begabung stellten dann Lena und Niklas als „Geschwister in der Bütt“ einmal mehr unter Beweis. Einen grandiosen Auftritt erlebten schließlich Prinz Karneval Axel II. und sein Hofstaat, denen beim Abschiedslied hunderte weiße Taschentücher im Takt zuwinkten.

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