Hundekontrollen statt Vandalismusvorbeugung am Haarberg

Von: Stephan Mohne
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Im Visier der Ordnungshüter:
Im Visier der Ordnungshüter: der Haarberg. Am Wie scheiden sich jedoch die Geister. Statt der dort immer wieder nachts stattfindenden Randale rückten Mitarbeiter des Amtes frühmorgens aus und verteilten Knöllchen an Hundehalter. Das soll sich jetzt wieder ändern. Foto: Harald Krömer

Haaren. Das Ordnungsamt hat den Haarberg im Visier. Kein Wunder, seit geraumer Zeit spielen sich - nicht nur, aber vor allem - in lauen Sommernächten dort unschöne Szenen ab.

Wie berichtet, ist es mehrfach zu schweren Vandalismusschäden gekommen. Jüngst waren mehrere Sitzbänke im Bereich der dortigen Friedenskapelle mit brachialer Gewalt aus dem Boden gerissen worden. Auch vor den Mosaikfenstern der Kapelle machten die Randalierer nicht Halt und beschädigten sie mehrfach.

Überdies liegt nach derartigen Nächten oft haufenweise Müll herum, von Glasscherben ganz zu schweigen. Also hatte auch das Haarener Bezirksamt um verstärkte Präsenz der Kollegen vom Ordnungsamt gebeten. So ist es nun auch gekommen. Nur: Die Ordnungshüter kamen zweimal hintereinander nicht nachts, sondern frühmorgens. Und verteilten Knöllchen gegen Hundebesitzer, die ihre Vierbeiner dort nicht angeleint hatten laufen lassen.

25 Euro Bußgeld

Das sorgte naturgemäß für Verstimmung. Denn immerhin 25 Euro wurden für das Fehlverhalten fällig. Möglich sind sogar bis zu 35 Euro. Betroffene fragten sich, welche Vandalen die Ordnungskräfte denn sonntags um 10 Uhr und montags 8.30 Uhr auf dem Haarberg anzutreffen gedachten. Das waren nämlich die Einsatzzeiten. Die städtischen Mitarbeiter hätten dann noch erklärt, dass man kleine Hunde frei, größere über 20 Kilo oder 40 Zentimeter Höhe aber nur angeleint dort laufen lassen dürfe.

Auf den Hinweis, sie sollten doch auch Mal am ebenfalls häufig von Randalierern und Saufpartys feiernden Jugendlichen heimgesuchte Grillplatz in der Haarberg-Nachbarschaft in Verlautenheide nachschauen, hätten die Ordnungskräfte bekundet, das sei „nicht ihre Baustelle”. Dabei war dort aktuell durch wildes Grillen am Boden der Asphalt geplatzt.

Dass dort verstärkt tagsüber kontrolliert worden sei, könne mit Beschwerden über freilaufende Hunde zusammenhängen, sagte Fachbereichsleiter Detlev Fröhlke. Fröhlke räumt allerdings ein, dass es am Haarberg deutlich größere Probleme gibt. Weswegen man nun die Kontrollen wieder auf den Abend- und Nachtbereich konzentrieren wolle. Der Haarberg sei in diesem Zusammenhang neben dem Westpark und den Lousberg einer der aktuellen Schwerpunkte.

Bleiben ein paar offene Fragen: Wie ist das denn mit den großen und kleinen Hunden? Detlev Fröhlke klärt auf: Große Hunde müssen überall - in Fußgängerzonen, bei Festen, in Grün- und Parkanlagen etwa - angeleint sein. Kleine Artgenossen dürfen in Grün- und Parkanlagen frei laufen. Und auf Feldwegen dürfen alle ohne Leine - sofern der Halter „ständigen Zugriff” auf das Tier hat. Womit man wieder beim Haarberg wäre.

Der besteht nämlich zu einem großen Teil aus ebendiesen Feldwegen. „Sollte da ein Bußgeld in einem solchen Bereich ausgesprochen worden sein, werden wir das prüfen und gegebenenfalls korrigieren”, so der Fachbereichsleiter. Nicht korrekt sei die Aussage zum Grillplatz in Verlautenheide gewesen: „Das ist sehr wohl unsere Baustelle.”

Kurios: Im Wald ist alles erlaubt

Wer als Hundehalter übrigens ganz auf Nummer sicher gehen will, kann sich einen nun auch gerichtlich festgezurrten Umstand zunutze machen. Auf Waldwegen dürfen alle Hunde - alt und jung, groß und klein - grundsätzlich ohne Leine laufen. Weil, so die Richter, für Beschränkungen in Wäldern die Landesbehörden zuständig sind und die Städte nichts zu sagen haben. Und das, obwohl da im Gegensatz etwa zum Haarberg Scharen von Spaziergängern oder auch Joggern unterwegs sind. Kurios.
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