Aachen - „Hütte 16“ beschäftigt die Politik: Ragt der Weihnachtsmarkt in den Elisengarten?

„Hütte 16“ beschäftigt die Politik: Ragt der Weihnachtsmarkt in den Elisengarten?

Von: Annika Kasties
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Der „Fluch des Erfolgs“: Weil der Andrang vor der „Hütte 16“ in der Vergangenheit so groß war, konnte die Barrierefreiheit auf dem Bürgersteig nicht mehr gewährleistet werden. Deshalb befindet sich die Terrasse jetzt im Elisengarten. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Dass der Aachener Weihnachtsmarkt weit über die Stadtgrenzen hinaus Besucher in die City zieht, ist hinlänglich bekannt. Mit den engmaschigeren Grenzen des vorweihnachtlichen Budenspektakels beschäftigen sich nun Aachens Politiker. Und zwar mit der Frage, wo der Aachener Weihnachtsmarkt endet – aktuell und vor allem in Zukunft.

Hintergrund ist die vermeintliche Erweiterung der „Hütte 16“ des Aachener Fleischers Rolf Gerrards. Seit 2014 ist diese in einer Parkbucht vor dem Ladenlokal an der Hartmannstraße auf dem Weihnachtsmarkt vertreten. Dieses Jahr findet sich die Außenterrasse jedoch erstmals auf der gegenüberliegenden Seite im Elisengarten wieder – zum Unmut der Grünen.

In einem Ratsantrag kritisiert die Fraktion, dass sich mit der Verlagerung der „Hütte 16“ in den Elisengarten „schleichend“ eine Art „Nebenstandort“ etabliere. Ihre Befürchtung: Weitere Geschäftsleute könnten dazu angeregt werden, ebenfalls im näheren Umfeld eigene Buden aufzustellen. Die Grünen fordern deshalb offiziell, den Weihnachtsmarkt ausschließlich auf Marktplatz, Katschhof und Münsterplatz zu begrenzen und damit den Elisengarten „von Weihnachtsmarktbuden freizuhalten“. Als Begründung heißt es in dem Antrag, dass der Elisengarten eine „Oase inmitten der Stadt“ sei, die „weitgehend konsumfrei genutzt werden“ könne. Zudem dürften die „ausladenden Aufbauten“ der Bude „dauerhafte Schäden am Untergrund“ zur Folge haben.

Dieser Gedanke beschäftigt auch SPD-Ratsherr Norbert Plum. Wie gesichert sei, dass nach dem Weihnachtsmarkt der Rasen wieder hergerichtet werde, möchte er in einer Ratsanfrage vom Oberbürgermeister wissen. Und stellt ganz konkret die Frage, ob der Elisengarten in den kommenden Jahren in den Weihnachtsmarkt einbezogen werden solle.

Dass dies ausdrücklich nicht der Fall sei, betonte gestern Manfred Piana, Geschäftsführer des Märkte und Aktionskreises City (MAC), als Ausrichter des Weihnachtsmarkts auf Anfrage unserer Zeitung. „Damit würden wir uns selbst keinen Gefallen tun. Schließlich ist die Stärke des Aachener Weihnachtsmarktes, dass er so konzentriert ist.“ Auch Stadtsprecher Bernd Büttgens verneint, dass die Stadt beabsichtige, im Rahmen des Weihnachtsmarkts weitere Buden im Elisengarten aufzustellen. Der Oberbürgermeister betrachte die Terrasse im Elisengarten als „Testlauf“. Im Nachgang des Weihnachtsmarkts werde beraten, ob dies eine sinnvolle Lösung für die Zukunft sei.

Dass die „Hütte 16“ nun in den Elisengarten ragt, begründet Piana mit dem „Fluch des Erfolgs“. Der Andrang sei in den vergangenen Jahren so groß geworden, dass auf dem Bürgersteig in den Abendstunden insbesondere für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen oft kein Durchkommen gewesen sei und die Menschen zunehmend auf die Straße haben ausweichen müssen. Das habe auch Auswirkungen auf die angrenzenden Geschäfte gehabt.

Fleischermeister Gerrards selbst betont: „Ich will meine Hütte nicht vergrößern, sondern mit meinen Gästen den anderen Geschäftsleuten und Anwohnern nicht in die Quere kommen.“ Gedanken über den Rasen im Elisengarten habe er sich übrigens auch gemacht. Deshalb befinde sich unter der Terrasse ein Hohlraum, um die Luftzirkulation zu gewährleisten. „Sobald die Hütte abgebaut wird, kommt auf meine Kosten ein Gärtner, der sich sofort um den Rasen kümmert“, versichert er.

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