Hospiz: Zum Gedenken steigen rote Herzballons

Von: Carolin Cremer-Kruff
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Bewegende Gedenkzeremonie: Zum zehnjährigen Bestehen des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes ließen die Teilnehmer des Festes rote Herzluftballons aufsteigen – als Erinnerung an die verstorbenen Kinder. Foto: Andreas Steindl

Kornelimünster. Die roten Herzluftballons steigen langsam in den blauen Sommerhimmel auf. Eine bewegende Gedenkzeremonie, die der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Region Aachen (AKHD) im Rahmen seiner Zehn-Jahres-Feier für „seine“ verstorbenen Kinder organisiert hat.

In Deutschland haben mehr als 50.000 Kinder und Jugendliche eine Krankheit, an der sie frühzeitig sterben werden. Um betroffene Familien auf diesem schweren Weg zu unterstützen und zu begleiten, wurde 1990 der bundesweit tätige Deutsche Kinderhospizverein e. V. gegründet, dem sich 2006 der AKHD anschloss.

Am vergangenen Wochenende feierte dieser im Inda-Gymnasium in Kornelimünster gemeinsam mit betroffenen Familien, Ehrenamtlern und weiteren Unterstützern sowie zahlreichen Gästen wie die Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt, Susanne Schwier, Beigeordnete für Bildung und Kultur, Jugend, Schule und Sport der Stadt Aachen, sowie Paul Quiter, Vorstand Deutscher Kinderhospizverein e. V., sein zehnjähriges Bestehen.

Festakt in der Schulaula

Beim Festakt in der Aula, musikalisch begleitet vom Chor des Inda-Gymnasiums und der Gitarrengruppe Professor Huppertz der Musikhochschule Köln, Abteilung Aachen, wurde deutlich, wie wichtig diese Arbeit ist. „Das Besondere an dieser Ausrichtung ist die langjährige Begleitung von Eltern, Kindern und deren Geschwistern – vom Beginn der Krankheit bis oft über den Tod des Kindes hinaus“, betonte Schirmherrin Ulla Schmidt.

Ermöglicht wird die intensive und langjährige Begleitung durch viele ehrenamtliche Mitarbeiter und Spender, wie AKHD-Koordinatorin Kirsten Jetzkus darstellte. Auf diese Weise können alle Angebote für betroffene Familien kostenfrei angeboten werden. Momentan begleiten rund 30 Ehrenamtler 15 Familien, zu zehn weiteren haben sie Kontakt. Ob Hilfe im Haushalt, Spielen mit den Kindern oder einfach nur Zuhören – die Tätigkeiten richten sich nach den jeweiligen Bedürfnissen der Familien.

Zeit für Spaß und Gespräche

Nach dem offiziellen Teil bestand beim anschließenden Sommerfest mit Verköstigung, Kinderschminken, Strandbuggies, Seifenblasen, den Gitarrenkindern Little Dragons und musikalischer Begleitung der Big Band des Inda-Gymnasiums genug Zeit für Gespräche, die auch Stephan und Christina Achtstätter mit ihren Söhnen Jonas (21), Nathan (18) und Noah (12) nutzten.

Seit zehn Jahren wird die Familie vom AKHD unterstützt, denn Jonas und Nathan leiden an der seltenen Stoffwechselerkrankung „Mukopolysaccharidose vom Typ IIIA“ – eine Behinderung, die durch einen zunächst geistigen, später körperlichen Abbauprozess geprägt ist.

„Diese paar Stunden Unterstützung in der Woche sind für uns als Familie eine riesige Entlastung und geben uns viel Kraft“, erzählt Stephan Achtstätter. Vieles hat die Familie bereits durchgemacht, schwere, aber auch schöne Zeiten erlebt.

Gleich zweimal wurde von einer Minute auf die nächste ihr Familienleben umgekrempelt. Themen wie Krankheit, Sterben und Trauer sind jederzeit präsent. „Wir haben uns allerdings mit der Zeit angewöhnt, mit unseren Kindern im Hier und Jetzt zu leben und die gemeinsame Zeit zu nutzen, so lange wir noch die Möglichkeit dazu haben“, so Achtstätter.

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