Hospiz im Haus Hörn feiert 30 Jahre Pionierarbeit

Von: Ricarda Timm
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Stolz auf das bisher Geleistete: (v.l.) Manfred Vierweg, Ulla Schmidt, Inge Nadenau, Schirmherr Rudolf Henke, Caroline Jager, Alexander Johr, Dr. Margrete Schmeer und Dr. Walter Hartmann bei der Feierstunde zu „30 Jahre Haus Hörn“. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Man ist stolz, zufrieden und froh im Haus Hörn. Denn im Jahr 1986 war die deutschlandweit erste Gründung einer Einrichtung mit stationärer, auf sterbende Menschen ausgelegter Pflege noch etwas grundlegend Neues.

Und das wurde von allen Seiten scharf kritisiert; vom Kindergarten um die Ecke, Geistlichen, Ärzten. Doch sie haben sich durchgesetzt, die Pioniere von damals, und das feierten sie zum 30-jährigen Bestehen des Hospizes im Haus Hörn gemeinsam mit heutigen Verfechtern der Palliativ- und Hospizbewegung.

Walter Hartmann, der noch heute als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung für das Hospiz aktiv ist, konnte von großen Stolpersteinen berichten, unter anderem auch unter seinen Ärztekollegen. Nicht unbedingt, weil sie die Idee nicht unterstützten, sondern weil das Gegenteil häufig Überstunden bedeutete. Trotz des Gedankens der Achtung der Würde des Menschen waren die Kirchen bis in die 1980er Jahre hinein gegen die Hospizidee. Man gebe ein menschliches Leben auf, war eine häufig genannte Begründung.

Es waren aber nicht nur ideelle Streitpunkte, sondern auch ganz praktische. Clementine Louven, die damalige Leiterin des Haus Hörn, erzählte von der Schwierigkeit der Handhabung mit Schmerzmedikamenten. Es gab immer wieder einzelne Personen, Politiker, Geistliche, Mediziner oder Private, die dafür gekämpft haben, dass Hospizhäuser aufgebaut werden konnten. So wird es Clementine Louven auch heute nicht müde zu betonen, dass das Hospiz wie ein Zuhause sein soll, bei dem die Probleme des Einzelnen zählen, auf die eingegangen werden müsse. Nur dann könne man mit zufriedenen Kranken, Angehörigen und Mitarbeitern den letzten Weg der Kranken gut gestalten.

Zum Festakt hatte das Haus Hörn sich neben den Zeitzeugen auch viele prominente Gäste eingeladen. Darunter Hubertus Lutterbach, Professor für Christentums- und Kulturgeschichte von der Universität Duisburg-Essen. Er nahm die Festgemeinde mit auf eine Reise zu den Anfängen der Hospizidee und Palliativmedizin der 1970er Jahre und zur britischen Ärztin Cicely Saunders. „Du zählst, weil Du bist“, ein Zitat von Saunders, das beeindruckt und für eine neue Grundhaltung gegenüber dem Sterben stand, dem sogenannten „inneren Hospiz“, der es als Vollendung des Lebens sieht.

Auch Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt, Bürgermeisterin Margrethe Schmeer, Jürgen Spicher vom Caritasverband Aachen und Rudolf Henke, Mitglied des Bundestages, taten ihre Glückwünsche und ihr besonderes Interesse für das Hospiz kund. Henke hat die Schirmherrschaft für dieses Jubiläumsjahr übernommen und wird damit auch über die Grenzen Aachens hinaus für die Sache werben. Für ein Leben in Würde – bis zum Schluss.

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