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Hospiz Haus Hörn startet neue Kampagne „Werde Hospiz-Pate“

Von: Inge Nadenau
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Setzen auf Hospiz-Paten: von links Wolfgang Offermanns, Ursula Wawroschek, Inge Nadenau, Gerhard Wahner und Anna Klein.

Aachen. Der Aufenthalt in einem Hospiz in der allerletzten Lebensphase ist kostenlos. Kein Gast und auch kein Angehöriger muss sein Portemonnaie öffnen. Die Kranken- und Pflegekassen übernehmen tatsächlich aber nur 90 Prozent der Kosten, zehn Prozent muss jedes Haus selbst tragen.

„Diese zehn Prozent sind die gesellschaftliche Aufgabe, die in der Gründungsphase der Hospizbewegung bewusst verankert wurde“, berichtet Alexander Johr, Schatzmeister des Fördervereins des Hospiz im Haus Hörn und bereits vor über 25 Jahren an der Begründung des Hauses als erstes Hospiz in Deutschland beteiligt.

Dieser Eigenanteil ist heute Bürde und Chance zugleich. 112.000 Euro muss Inge Nadenau als Leiterin des Hospiz im Haus Hörn jedes Jahr zusammenbekommen. Für jedes der zwölf freundlichen Zimmer für Sterbende müssen täglich 25 Euro Eigenanteil als Spenden eingeworben werden. „Es ist aber auch die Möglichkeit, das Thema ‚würdevolles Sterben‘ in die Gesellschaft zu tragen und Angst zu nehmen“, meint Nadenau.

Um beides zu schaffen, startet das Hospiz gemeinsam mit dem Förderverein nun die Kampagne „Werde Hospiz-Pate!“. „Gesucht werden Menschen, die eine Patenschaft für ein Zimmer übernehmen – für einen Tag, eine Woche, einen Monat oder auch ein ganzes Jahr“, erklärt Anna Klein, Fundraising-Beauftragte im Hospiz und Organisatorin der Kampagne. Begleitend dazu wird es bis März 2015 verschiedene Veranstaltungen und Aktionen geben.

Den Auftakt macht ein kultureller Abend der besonderen Art: Am Samstag, 8. Februar, kommen sowohl „die Fleddermäuse“ als auch das Clara-Schumann-Trio in den großen Saal des Hospiz im Haus Hörn. „Tabuthemen passen immer gut zum Kabarett, denn wir gehen sie humorvoll an“, sieht Wolfgang Offermann von den „Fleddermäusen“ seine Kabarett-Truppe im Hospiz genau an der richtigen Stelle. „Humor und Tod sind kein Widerspruch.“

Der ungewohnten Kombination mit dem Clara-Schumann-Trio – einem klassischen Klaviertrio – gewinnt Pianistin Ursula Wawroschek nur Positives ab: „Die Trennung zwischen so genannter ernster Musik und Unterhaltung wie Kabarett sollte man nicht machen. Musik tut jeder Seele gut.“ Sie selbst begleitet „die Fleddermäuse“ seit über zehn Jahren am Klavier. Die Künstler des Abends verzichten auf die Gage, so dass der Eintrittspreis von 18 Euro ganz in die Aufbringung des Eigenanteils fließen kann.

Neben einem Hospizgespräch mit dem Thema „Palliative Versorgung von Menschen mit Demenz“ und einer Fachdiskussion zum Thema „Sterben in verschiedenen Kulturen“ stellt Karl-Albert Eßer im Rahmen der Kampagne sein Buch „Zwölf Gebote für Dich“ vor. Besonders am Herzen liegt Inge Nadenau die Zusammenarbeit mit dem benachbarten Kindergarten: Unter dem Motto „Kleine Hände leisten Großes“ gestalten die Steppkes individuelle Spendendosen. „So verankern wir unser Thema dauerhaft im Quartier“, glaubt Nadenau. Den klangstarken Abschluss der Kampagne soll ein Abend mit vielen verschiedenen Chören im März 2015 bilden.

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