Hose runter, Kamera hoch: Polizei sucht Serien-Exhibitionisten

Von: Oliver Schmetz
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Aachen. Die jüngste Attacke ging sozusagen in die Hose. Im Treppenhaus eines Gebäudes in der Kleinmarschierstraße hatte der Exhibitionist am vergangenen Montagmittag seinem Opfer aufgelauert und war der Frau mit heruntergelassenen Hosen sogar bis in ihre eigene Praxis gefolgt.

Dass sich in den Räumen zahlreiche Patienten befanden, störte ihn anscheinend nicht - wohl aber offenbar die kalte Dusche, die ihn dort überraschte: Denn die Frau war nicht, wie der Täter möglicherweise annahm, aus Angst vor ihm in die Praxis geflohen, sondern um sich mit Wasser zu bewaffnen...

Viel Grund zum Schmunzeln sieht die Polizei indes trotz dieses beherzten Verhaltens des Opfers nicht. Denn schließlich konnte der Mann nicht nur unerkannt fliehen, sondern ist allem Anschein nach auch ein Serientäter. Genau zehn Attacken auf Frauen schreiben ihm die Ermittler seit Anfang April zu. Dies legten sowohl Ähnlichkeiten in der jeweiligen Vorgehensweise als auch übereinstimmende Personenbeschreibungen nahe, erklärte Polizeisprecherin Iris Wüster aus Anfrage.

Bürohäuser oder Arztpraxen

Markantestes und zugleich ungewöhnliches Detail ist, dass der Mann seine Opfer bei der Tat filmt. Hosen runter, Kamera hoch - nach dieser Devise ging der Täter laut Polizei bislang in fast allen Fällen vor. In der Regel sucht er dabei Bürohäuser oder Arztpraxen heim, wo er den Frauen meist mittags oder abends beim Betreten oder Verlassen der Häuser auflauert.

Wie Zeugenaussagen ergaben, hält er sich dabei mitunter auch stundenlang im Treppenhaus auf. „Wem solch ein verdächtiges Verhalten auffällt, der sollte sofort die Polizei anrufen - lieber einmal zu viel als einmal zu wenig”, appelliert Wüster. Und wenn man den Mann auf frischer Tat beobachte, solle unverzüglich die „110” gewählt werden. „Wir haben unsere Ermittlungen intensiviert, aber wir sind dringend auf schnelle Hinweise angewiesen, um den Mann zu fassen”, sagt die Polizeisprecherin.

Auffällig ist außerdem, dass sich der Täter bislang weitgehend auf die Innenstadt konzentriert. Erstmals aktiv wurde er demnach am 4. April am Kapuzinergraben. Weitere Attacken auf Frauen verübte er unter anderem am Elisenbrunnen, in der Großkölnstraße, in der Harscampstraße und der Peterstraße.

Beschrieben wird der Mann als etwa 30 Jahre alt, ungefähr 175 cm groß und dunkelhaarig. Mehreren Zeuginnen ist außerdem ein dezenter Oberlippenbart und eine runde Gesichtsform aufgefallen. Wer Hinweise auf den Täter geben kann, wird gebeten, sich unter 0241/9577-31201 (oder außerhalb der Geschäftszeiten 0241/9577-34210) mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Im jüngsten Fall in der Kleinmarschierstraße filmte der Täter sein Opfer im Übrigen nicht. Vermutlich hinderte ihn die kalte Dusche daran, seine Kamera zu zücken.
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