Aachen - Hommage an Meister der abstrakten Kunst

Hommage an Meister der abstrakten Kunst

Von: jgr
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Begegnungen voller Farbe und abstrakter Kraft: Nora Claus zeigt Werke des Malers Rupprecht Geiger im kreativen „Dialog“ mit neuen Bildern ihres Mannes Jürgen Claus in der Galerie „project.claus...“. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Öffnet man die Tür zur Galerie „project.claus...“, die etwas versteckt in der Kuckhoffstraße 39 liegt, dann fällt auch jenen, die keine ausgewiesenen Kunst-Kenner sind, die positiv-farbenfrohe Atmosphäre auf. Von den Wänden prangen Bilder in leuchtenden Farben, die sofort ihre Sogwirkung auf den Betrachter entfalten.

Die aktuelle Schau „Bildenergien“, die bis 11. Juli in der jüngst von Jürgen und Nora Claus eröffneten Galerie zu sehen ist, ist eine sogenannte „Dialogausstellung“. Hier hängen Werke des 2009 gestorbenen deutschen Malers Rupprecht Geiger neben Bildern von Professor Jürgen Claus, der seinerseits die Kunsthochschule für Medien in Köln mit aus der Taufe gehoben hat und Geiger persönlich kannte.

Eine ganz besondere Farbe

„Für Rupprecht Geiger hatte die Farbe Rot eine ganz besondere Bedeutung, und auch mein Mann greift dies in seinen Bildern auf“, so Nora Claus. Während die Werke von Jürgen Claus durch verschiedene Materialien wie Kristalle und organische Elemente gekennzeichnet sind, die ohne erkennbare „Ordnung“ fließend nebeneinander existieren, steht in Geigers abstrakten Bildern die Farbe selbst ganz klar im Vordergrund. „Er betrachtete Farbe als autonomen Wert, deren geistige Kraft aus der Form gelöst zur Geltung gebracht wird“, so Nora Claus. Die intensive und langjährige Beschäftigung mit der Farbe sei unter anderem Geigers Biographie geschuldet. Als Sohn des Künstlers Willi Geiger, dessen Werke während der NS-Zeit als „entartete Kunst“ verunglimpft wurden, absolvierte Rupprecht Geiger zunächst ein Architekturstudium an der Staatsbauschule München. Als Soldat in Polen und Russland begann er sein autodidaktisches Studium der Malerei. Später wurde er als Kriegsmaler in der Ukraine und in Griechenland eingesetzt. „In dieser Zeit beobachtete er immer wieder Sonnenuntergänge; das gab ihm sehr viel Kraft“, erklärt Claus.

Dies sei die Zeit gewesen, in der Geiger die Farbe Rot als Farbe des Lebens, der Liebe und der Leidenschaft, der Wärme und der Kraft für sich entdeckte. Auch ein roter Lippenstift, den seine Frau in einem Care-Paket vorfand, sei ein Schlüsselerlebnis gewesen, das Geigers Malerei entscheidend prägen sollte.

„Er ist ein herausragender Vertreter der gegenstandslosen Malerei in Deutschland, deshalb freuen wir uns umso mehr, dass wir einige seiner Bilder in unserer Galerie ausstellen dürfen“, meint Claus. Bisher wurden Geigers Werke nur ein Mal – im Jahre 1968 – in Aachen gezeigt.

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