Holocaustgedenktag: Erinnerungsveranstaltung in der VHS am 27. Januar

Von: kt
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Aachen. Die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz jährt sich am 27. Januar zum 61. Mal – der Arbeitskreis Grenzen-Los lädt aus diesem Anlass gemeinsam mit Schülern zu einer aktiven und lebendigen Form des Gedenkens ein.

Die Erinnerungskultur an die Opfer der NS-Zeit ist an einem Scheidepunkt angelangt, weiß Winfried Casteel von der Volkshochschule: Im vergangen Jahr sind die letzten verbliebenen Aachener Zeitzeugen gestorben. Ohnehin müsse die Gedenkarbeit von jeder Generation neu entwickelt werden. Projekte von etwa 100 Schülern bieten positive Beispiele, wie man sich auf unterschiedlichen Ebenen mit dem Thema beschäftigen kann.

Mit Rassismus auseinandersetzen

Am 27. Januar, der seit 1996 ein bundesweiter und seit 2005 auch ein internationaler Tag des Gedenkens ist, wird den Projekten in der Volkshochschule ein Forum geboten. Bereits seit 1997 regt die VHS mit dem Arbeitskreis Grenzen-Los und zahlreichen weiteren Organisationen wie dem Gedenkbuchprojekt für die Opfer der Shoah aus Aachen Jugendliche dazu an, sich nicht nur mit dem Thema NS-Regime, sondern generell mit Ausgrenzung, Verfolgung und Rassismus auseinanderzusetzen.

Nachdem die Gedenktage in den vergangenen Jahren in Stolberg, Eupen oder Heerlen stattgefunden haben, sind die 2016 vorgestellten Projekte in Aachen angesiedelt: Schüler der Heinrich-Heine-Gesamtschule und des Gymnasiums St. Leonhard haben sich speziell mit dem Schicksal der Kinder befasst. Wie haben sie die Deportationen erlebt?

Wer hat ihnen geholfen oder sie versteckt? Was konnte ablenken von den Grauen der Konzentrationslager? Präsentiert werden nicht nur Aktionen, die gezielt im Vorfeld des Gedenktages an einzelnen Projekttagen erarbeitet wurden. Einige Gruppen haben sich über das ganze Jahr mit Aspekten des Holocaust befasst – so zum Beispiel ein Leistungskurs Geschichte. Die Gedenkarbeit der Jugendlichen ist dabei lebendig und geprägt vom Einsatz diverser Medien.

Einzelschicksale

Zugang zu dem düsteren Kapitel deutscher Geschichte bietet häufig ein biografischer Ansatz. „Wo man ein Gesicht, eine konkrete Person vor Augen hat, gibt es einen nachfühlbaren Einstieg“, so Yvonne Hugot-Zgodda von der VHS. Lebensgeschichten stellen am 27. Januar auch die Vertreter von Opfergruppen wie die Roma-Union Grenzland und der Lesben- und Schwulenverband Aachen vor. Und biografisch ist auch der kurze Film „Zeit für Zeugen“ über den Widerstand von Ettie und Peter Gingold, der zum Abschluss des Gedenkabends zu sehen sein wird.

Die Erinnerungsveranstaltung „Damals verfolgt – heute vergessen?“ findet am Mittwoch, 27. Januar, im Forum der VHS, Peterstraße 21-25, statt. Beginn ist um 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

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