Aachen - Holocaust-Gedenktag in der Heinrich-Heine-Gesamtschule

Holocaust-Gedenktag in der Heinrich-Heine-Gesamtschule

Von: Maximilian Grönegräs
Letzte Aktualisierung:
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Zeitgeist einer unseligen Epoche: Beim Holocaust-Gedenktag wurden den Schülerinnen und Schülern aufschlussreiche Exponate und deren Hintergrund erklärt.

Aachen. „We Remember“ – unter diesem Hashtag als digitalem Sammelbegriff hat der Jüdische Weltkongress (WJC) im vergangenen Monat eine Social-Media-Kampagne gestartet, der sich anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages immer mehr Menschen anschließen. Auch die Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Heine-Gesamtschule wollen die Opfer des Nationalsozialismus in Deutschland nicht vergessen.

Im Rahmen eines interschulischen Thementages haben sie sich jüngst mit Mechanismen der Ausgrenzung auseinandergesetzt.

Zum sechsten Mal in Folge wurde der Holocaust-Gedenktag innerhalb des Schulzentrums veranstaltet. Dr. Stephan Saffer, Didaktischer Leiter der Gesamtschule, ist seit den ersten Anfängen der Tradition für die Organisation verantwortlich. „In diesem Jahr war der Themenschwerpunkt Sport und wie dieser für politische Zwecke missbraucht werden, aber auch Hoffnung schenken kann“, erklärte er. In enger Kooperation mit der Volkshochschule Aachen war es der Gesamtschule gelungen, ein vielseitiges Programm auf die Beine zu stellen.

Der Gedenktag wurde durch einen Impulsvortrag von Dr. René Rohrkamp, Leiter des Aachener Stadtarchivs, eröffnet. Der Experte berichtete von der Geschichte des Traditionsvereins Alemannia Aachen während die NS-Zeit. „Mitglieder des NSDAP übernahmen immer mehr die Kontrolle über den Verein“, erklärt Rohrkamp. „Das führte zur Ausschließung aller jüdischen Spieler.“

Für die Mitglieder der erweiterten Schülervertretung ging es anschließend weiter in ein sogenanntes Lernkarussell. Dieses pädagogische Modell setzt sich aus drei verschiedenen Themen zusammen, mit denen sich einzelne Schülergruppen für jeweils eine halbe Stunde beschäftigen. In diesem Jahr wurden der deutsche Sportfunktionär Carl Diem, die Olympischen Spiele 1936, an deren Planung und Durchführung Diem maßgeblich beteiligt war, und das Schicksal des jüdischen Aacheners Fredy Hirsch behandelt. Hirsch ist vor allem für sein Engagement im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau bekannt. Dort versuchte er durch Sport, den jüdischen Kindern ein Gefühl des Mutes und des Zusammenhalts zu vermitteln.

Das Tagesprogramm endete mit der Sichtung und Besprechung der Dokumentation Liga Terezin. Der Film schildert die besondere Geschichte des jüdischen Fußballvereins im Konzentrationslager Theresienstadt.

Nach dem Vortrag von Rohrkamp gab Saffer den Schülerinnen und Schülern noch einige nachdenkenswerte Worte mit auf den Weg. „Als ich als kleines Kind meine beiden Großmütter nach dem Holocaust gefragt habe, haben sie mir immer erzählt, sie hätten nichts von dem Verschwinden der Juden mitbekommen“, sagt er. „Aber man muss doch das Fehlen zum Beispiel von Spielern der Alemannia registriert haben. Wie konnte nur eine solche Schreckenstat einfach unbemerkt bleiben?“

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