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Hohe Fensterriegel geben Drehturm neues Gesicht

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
Umbau genehmigt: Hohe Fensterr
Umbau genehmigt: Hohe Fensterriegel für vier weitere Büroetagen sollen in den Drehturm - hier eine Computer-Simulation - geschnitten werden.

Aachen. Am Drehturm Belvedere gehts wieder rund. Die Umbaupläne der neuen Eigentümer Carlo Blatz und Jochen Hermanns sind jetzt genehmigt. Schon im Frühjahr übernimmt ein Gastronom die Restaurantfläche mit neuem Konzept. Der Drehteller in der obersten Etage des 35 Meter hohen Wasserturms auf dem Lousberg soll auch wieder kreisen.

Das Dachlokal kann man für Veranstaltungen mieten. Es steht seit März 2011 leer - und damit still.

„Wir sind glücklich, dass es nun losgehen kann”, erklärt Carlo Blatz. Der 33-Jährige ist Geschäftsführer und Inhaber der Interactive Pioneers GmbH. Das 40-köpfige Multimedia-Unternehmen hieß zuvor Powerflasher GmbH und kassierte für Weltneuheiten wie den ersten interaktiven Kinofilm „13th Street - Last Call” reihenweise Auszeichnungen. Seit Jahren entwickelt Blatz Firma in der imposanten Immobilie innovative Konzepte für den internationalen Markt - etwa für die Telekom und Nike. Mit Bernd Steinbrecher führt Blatz im Turm zudem die Power + Radach Werbeagentur GmbH.

Nun konzentriert man sich auf das eigene Objekt in der Kaiserstadt: Vier zusätzliche Büroetagen mit einer Fläche von jeweils 220 Quadratmetern und zwölf Meter hohe Fensterriegel sollen in den Turm montiert werden. Dafür demontieren Fachleute den gigantischen, gußstählernen Wasserkessel im Bauch des Turms. Der Doppelzylinder rund um Aufzug und Treppenhaus hat 19 Meter Durchmesser, fasst 2500 Kubikmeter Wasser und wiegt 670 Tonnen.

Derzeit sind Carlo Blatz und Jochen Hermanns, der 24-jährige Sohn des Aachener Projektentwicklers und Investors Norbert Hermanns, auf der Suche nach geeigneten Mietern. „Wir freuen uns schon auf besondere Unternehmer- oder Beraterpersönlichkeiten, die diese außergewöhnliche Lage für sich entdecken”, sagt Hermanns. Der Umbau soll noch im Laufe dieses Jahres starten, spätestens aber ab 2013 über die Bühne gehen. „Alle Pläne, Berechnungen und die Baugenehmigungen liegen vor”, bestätigt er.

Erste Handwerker sind schon angerückt. „In den letzten Jahren der Zwangsverwaltung des Turms ist nichts investiert worden”, erläutert der Unternehmer. Der Sanierungsbedarf ist augenfällig. Das Konzept wird unter der Leitung der Architektin Sylvia Friedrich (Orbit Design) realisiert. „Zuerst möbeln wir das Eingangsfoyer, die 173-stufige Treppe und die Gastronomieflächen auf, damit der Turm schnellstmöglich wieder über Aachen erstrahlt”, sagt Friedrich.

Gleichzeitig suchen die Eigentümer mit Initiativen wie der Lousberg-Gesellschaft das Gespräch. „Ehrenamtlich fördern Bürger schon lange die Qualität des Landschaftsparks. Ein Austausch kann zur optimalen Entwicklung sicher positiv sein”, betont Blatz.

1958 war der Wasserturm fertiggestellt worden, der 30 Jahre als solcher genutzt wurde. Seit den 70er Jahren zog das Drehrestaurant dank Panorama-Blick ungezählte Gäste an. In den 90er Jahren rutschte ein Investor, der den Bau angeblich für 1,1 Millionen Mark von der Stawag erstanden hatte, in ein Insolvenzverfahren. Ende Oktober 2011 beendeten Blatz und Hermanns die Hängepartie und setzten sich gegen diverse ausländische Kaufinteressenten durch.
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