Aachen - Hoffnung auf Fair Play in der Ticketfrage

Hoffnung auf Fair Play in der Ticketfrage

Von: Hans-Peter Leisten
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Hier stimmt etwas nicht: Auch beim Heimspiel gegen Osnabrück gingen nach AZ-Informationen Erwachsene mit ermäßigten Karten für Jugendliche ins Stadion - und schädigten Alemannia.

Aachen. Der Ansturm ist enorm. Endlich wieder, so wird man bei der Alemannia denken, denn die Aussicht darauf, dass das Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt am 22. Dezember in einem ausverkauften Tivoli stattfindet, sorgt für leichte Entspannung in finanziell äußerst schwierigen Zeiten.

Doch gibt es dabei auch einen Wermutstropfen: Mitnichten dürften alle Zuschauer ein reines Gewissen haben. Denn Beobachtungen unserer Zeitung decken sich mit denen von Stadionbesuchern, dass keineswegs alle „Fans” mit Ermäßigung selbige zu Recht in Anspruch nehmen.

Erwachsene gehen mit Tickets für Kinder/Jugendliche ins Stadion, Nicht-Mitglieder organisieren sich die verbilligten Dauerkarten, auf die Mitglieder Anspruch haben.

Ermäßigte Karten gibt es auch für Rentner, Behinderte, Schüler, Studenten und andere. Alemannias Ticket-Manager Kai Schalkowski schätzt, dass rund die Hälfte aller Zuschauer die Spiele mit Ermäßigung besuchen - die meisten natürlich zu Recht. Fast in jedem Block gibt es Rabatte.

Die Erschleichung von Ermäßigungen ist natürlich bei der Alemannia bekannt. Und natürlich versucht man, dem einen Riegel vorzuschieben. Pro Spieltag werden Stichproben vorgenommen: „Ganz subjektiv bei bestimmten Ermäßigungssegmenten”, beschreibt Kai Schalkowski das Vorgehen.

Welche Ermäßigungsgruppe gerade kontrolliert wird, behält sich die Alemannia vor. Der Ticket-Manager sagt aber auch: „Wir müssen die Verhältnismäßigkeit wahren. Ich denke, wir sind da ganz gut aufgestellt.” Denn eine komplette Kontrolle vor dem Spiel würde einen geregelten Einlass unmöglich machen. Und über die dann entstehenden Schlangen und entsprechenden Kommentare möchte er nicht nachdenken.

Eine Kontrolle beim Vorverkauf lehnt die Alemannia grundsätzlich ab, denn man setzt bewusst auf die Fan-Orientiertheit. „Wenn ein Vater oder eine Mutter für die drei Kinder Tickets im Vorfeld kaufen will, verlangen wir keinen Personalausweis. Im Vorverkauf sind Karten für alle erhältlich”, so Schalkowski weiter.

Andererseits sind die Fans aber auch in einer Bringschuld. Denn streng genommen müssen Mitglieder, die eine Ermäßigung in Anspruch nehmen, neben ihrem Mitglieds- auch einen Lichtbildausweis mitbringen.

Sowohl bei den Kassen als auch an den Kontrollen darf danach gefragt werden. „Wir wollen aber bewusst die Möglichkeit offen halten, ermäßigte Karten weiterzugeben”, betont Schalkowski. Dazu gebe es an jedem Eingang eine Clearingstelle, an der der Differenzbetrag schnell nachgezahlt werden könne. „Wir setzen in diesem Punkt auf Fair Play.”
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