Aachen - Hoffnung auf eine Flut ganz besonderer Anträge

Hoffnung auf eine Flut ganz besonderer Anträge

Von: Aljona Hartstock
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Ein Beispiel: Dominik Clemens, OB Marcel Philipp und Winfried Casteel (rechts, VHS) mit der neuen Broschüre. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Wir machen das schon seit 20 Jahren, aber noch nie waren unsere Aktionen so konzentriert wie heute“, sagt Bürgermeisterin Hilde Scheidt. Seit Mai 2011 gibt es den Lokalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus, den die Volkshochschule umsetzt.

Das Geld dazu kommt vom Bund: 90 000 Euro hat der Lokale Aktionsplan in diesem Jahr zur Verfügung, um damit unterschiedliche Aktionen zu finanzieren. Nun warten die Verantwortlichen auf Projektvorschläge von den Bürgern. „Wir wollen mit Anträgen überhäuft werden“, sagt Dominik Clemens, von der Koordinierungsstelle des Lokalen Aktionsplans. Dabei müssen nicht gleich fertige Projekte vorgelegt werden „Wir beraten jeden, der eine Idee hat“, erklärt Winfried Casteel von der Volkshochschule.

Wie solche Projekte aussehen können, das zeigt die neue Broschüre „Gemeinsam gegen Rechts“. Sie zieht nach anderthalb Jahren Bilanz der Arbeit des Akionsplans und stellt einige der bisherigen 25 Projekte vor. So etwa die „Bierdeckelaktion für Toleranz“: Zwischen März und August 2012 lagen in Bars und Diskotheken speziell gestaltete Bierdeckel aus. Auf der Vorderseite stand ein fremdenfeindliches Vorurteil, das auf der Rückseite mit Gegenargumenten widerlegt war. „Die Aktion hatte eine große Reichweite“, freut sich Clemens.

Eine zweite Broschüre mit dem Titel „Extreme Rechte und demokratische Gegenbewegung“ enthält Informationen über Rechtsextremismus in Aachen und darüber, welche Gegenbewegungen es gibt. Beide Informationshefte können auf der Internetseite www.lap-aachen.de heruntergeladen oder kostenfrei bestellt werden.

Einige Projekte für die kommenden Monate stehen bereits fest: Unter anderem hat der Runde Tisch gegen Rechts einen Aktionsfonds für Kleinprojekte bis 800 Euro beschlossen. „Er soll vor allem kleineren Gruppen dabei helfen, ihre Ideen schneller und einfacher umzusetzen“, sagt Casteel. Auch eine Schülerbegegnung ist geplant, bei der sich Jugendliche künstlerisch mit der Vergangenheit auseinandersetzen sollen. Das kann auch in Form von Graffiti geschehen. Für weitere Projekte seien aber noch genügend Mittel vorhanden, versichert Clemens.

Für Oberbürgermeister Marcel Philipp ist das Konzept eine gute Möglichkeit, sich vor allem dauerhaft gut aufzustellen. „Früher haben wir uns oft kurzfristig bei rechten Aufmärschen zusammengeschlossen“ sagt er. Mit solch einem Aufmarsch ist dem Oberbürgermeister zufolge übrigens wieder im April zu rechnen. Ansprechpartner für Projektideen: Dominik Clemens: 4792182, Email: toleranz.foerdern@mail.aachen.de

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