Hof Gut Wegscheid bietet seit zwei Jahren solidarische Landwirtschaft

Von: Luisa Thomé
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Hier wird gesät und geerntet: Karin Souren (links), Daniel Bosse und Sandra Spinneken machen mit bei der „Solidarischen Landwirtschaft Aachen“, einem Non-Profit-Unternehmen. Foto: Andreas Steindl
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Rieiger Spaß auch die Kleinen: Hier können sich Kinder authentisch mit Lebensmitteln vertraut machen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Kartoffeln, Äpfel, Rosenkohl, Zwiebeln, Topinambur, Eier und Brot. Ein ganz normaler Freitag an der Ausgabe des Hofs Gut Wegscheid in der Schmiedgasse. Hier in Vaalserquartier ist von Erdbeeren noch nichts zu sehen. Natürlich nicht – denn für die Sommerfrucht ist es noch viel zu früh. Wer Solidarische Landwirtschaft betreibt, der muss sich auf die saisonal variierende Ernte einlassen.

Dafür kommt diese gerade erst frisch vom Acker. Am selben Morgen geerntet. Selbst finanziert. Selbst angebaut. Natürlich gewachsen. Und frei von jeglichem Profitdenken. Hier geht es nicht um das Geschäft, hier geht es um Gemeinschaft. Und das kommt bei den Mitgliedern der „Solawi“ super an.

„Am Anfang habe ich das alles noch alleine geschafft“, erzählt der Landwirt des Hofs, Daniel Bosse. Als er 2013 mit dem neuen Konzept begann, zogen 100 Leute mit. Sie kauften die 80 Anteile des Hofs und sicherten sich damit ihr ganz eigenes, regionales Gemüse. „Die Essenz dieser Beziehung ist die gegenseitige Vereinbarung: Der Hof ernährt die Menschen, und alle teilen sich die damit verbundene Verantwortung, das Risiko, die Kosten und die Ernte“, erklärt Bosse weiter.

Geerntet wird hier eben nur das, was in den Jahreszeiten natürlich wächst. „Früher habe ich nicht so viel saisonal gekocht. Das war schon eine große Herausforderung“, erzählt Sandra Spinneken, Mitglied der „Solawi“ auf Gut Wegscheid. Sie und andere Mitglieder helfen freitags vor der Ausgabe fleißig mit. Kein Muss – aber natürlich gerne gesehen. „Die eigene Mitarbeit gibt nochmal ein anderes Gefühl. Man lernt die Lebensmittel ganz anders schätzen“, sagt Spinneken weiter.

Inzwischen hat Bosse aber auch Hilfe von Profis: Ein Gärtner, eine Bäckerin und eine saisonale Erntekraft helfen ihm, das Projekt „Gruppenhof“ zu stemmen. Ja, auch frisches Brot ist in der wöchentlichen Ration enthalten. Roggen, Weizen, Dinkel – jeder kann sich sein Lieblingskorn aussuchen. Im Herbst wird dazu frischer Apfelsaft zubereitet. Da hatte die Gemeinschaft der „Solawi“ Glück, denn eine Backstube und den Entsafter haben die Vorbesitzer auf dem Hof hinterlassen.

Aber Grünkohllasagne? „Die muss man eben mögen“, sagt Spinneken. Wer den Grünkohl nun wirklich nicht verarbeiten will, der kann ihn einfach in die Tauschecke legen. Vielleicht geht es einem anderen Mitglied ja mit dem Rosenkohl ähnlich. Doch was macht man im Winter mit so viel Kohl? Eine Rezeptbörse soll zukünftig helfen, sich untereinander auszutauschen. Grünkohllasagne, gedünsteter Rosenkohl oder Topinambur-Suppe. Kohl ist eben doch sehr vielfältig einsetzbar.

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