Aachen - Hörgeschädigtenzentrum: Zahlreiche Pläne zum zehnten Geburtstag

Hörgeschädigtenzentrum: Zahlreiche Pläne zum zehnten Geburtstag

Von: Christiane Chmel
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Blicken nach zehn Jahren Hörgeschädigtenzentrum gleichermaßen auf erreichte Ziele und neue Pläne: Karl Merkelbach (Ehrenvorsitzender), Brigitte Rotkopf (Vorsitzende) und Anne Elsen (Geschäftsführerin, von links). Foto: Andreas Steindl

Aachen. 2004 konnten rund 900 gehörlose Menschen aus dem Großraum Aachen das Hörgeschädigtenzentrum einweihen. Vorausgegangen waren Monate harter ehrenamtlicher Arbeit.

73 freiwillige Helfer investierten 3800 Arbeitsstunden und bauten eine ehemalige Halle zu einem selbst verwalteten Begegnungszentrum um. Seitdem ist das Hörgeschädigtenzentrum (HGZ) für viele Hörgeschädigte der Mittelpunkt des kulturellen Lebens. Mit einem großen Sommerfest feierte das (HGZ) Aachen an der Talbotstraße 13 sein zehnjähriges Bestehen.

„Das HGZ leistet einen wichtigen Betrag zur Inklusion behinderter Menschen“, betonte Rolf Einmahl, Abgeordneter des Landtages Nordrhein-Westfalen anlässlich der Eröffnung des Jubiläums-Festes. „Inklusion findet nicht nur an Schulen statt, sondern betrifft alle Menschen mit Behinderungen. Die Teilnahme aller Menschen an allen Bereichen des Lebens muss das Ziel politischen Handelns sein.“ Auch Bettina Herlitzius, Leiterin des Amts für Inklusion der Städteregion Aachen betonte die Wichtigkeit der zumeist ehrenamtlichen Tätigkeit im HGZ: „Wir kämpfen für ein besseres Leben aller Menschen in der Gesellschaft. Der nächste Schritt wird die Anerkennung der Gebärdensprache als Fremdsprache sein.“

Das HGZ bietet zahlreiche Dienstleistungen an. Es gibt eine Beratungsstelle für Hörgeschädigte, das Soforthilfebüro und eine Vermittlungszentrale für Gebärdendendolmetscher. Mit dem Projekt „Hören macht verstehen“ und der Kontakt- und Beratungsstelle für Schwerhörige nimmt das HGZ seit vergangenem Jahr auch schwerhörige Menschen in den Fokus.

Für die Zukunft hat das HGZ weit reichende Pläne: „Wir werden in Kooperation mit anderen Trägern das ambulant betreute Wohnen für Hörgeschädigte einrichten, um ihnen möglichst lange ein selbstständiges Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen und die soziale Isolation zu verhindern“, skizzierte Geschäftsführerin Anne Elsen ein zukünftiges Projekt. Außerdem soll mittelfristig eine Beschäftigungsfirma aufgebaut werden, um hörgeschädigten Menschen eine Beschäftigung zu geben, die ansonsten auf dem Arbeitsmarkt kaum eine Chance haben. „Ich denke da beispielsweise an den Garten- und Landschaftsbau als Tätigkeitsfeld oder Hausmeistertätigkeiten. Wir werden diesbezüglich Kontakt zum örtlichen Arbeitsamt, dem Jobcenter und auch dem Landschaftsverband aufnehmen“, so Elsen.

Eine weitere wichtige Aufgabe für die Zukunft sei zudem die gezielte Prävention von Lärmschwerhörigkeit: „Lärm schädigt den gesamten Organismus. Wir entwickeln momentan ein Konzept, mit dem wir uns an Grundschulen und weiterführenden Schulen wenden werden.“

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