Aachen - Höhere Halle: Stadt will nicht mitspielen

Höhere Halle: Stadt will nicht mitspielen

Von: Thorsten Karbach
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Zu viele Zuschauer: Bei Heimsp
Zu viele Zuschauer: Bei Heimspielen an der Neuköllner Straße werden die Vorgaben der Bauaufsicht überschritten. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Der Erfolg kam mit dem Triumph über Aurubis Hamburg schneller als erwartet, das Warten auf eine neue Halle wird für die Volleyballerinnen von Alemannia Aachen dagegen langsam aber sich zu einer unendlichen Geschichte. Und die Zeit läuft davon.

Denn Alemannia Aachen spielt seit Jahren nur mit Sondergenehmigung in der Sporthalle an der Neuköllner Straße. Aachens größte Dreifachturnhalle ist nämlich eigentlich zu niedrig für Bundesliga-Volleyball. Die Deutsche Volleyball-Liga schreibt neun Meter vor. An der Neukölner Straße werden aber nur 7,20 Meter gemessen.

Die Sondergenehmigung läuft nach AZ-Informationen nur noch ein Jahr, bis dahin muss zumindest eine rechtsverbindliche Bauabsicht her. Zwar ist die Alemannia im ständigen Dialog mit der DVL, doch ist den Verantwortlichen auf beiden Seiten bewusst, dass die Alemannia das letzte Team in der 1. Bundesliga stellt, dass die Hallenvorgaben nicht erfüllt. Dirk Heinhuis, Geschäftsstellenleiter Alemannia Aachen Volleyball, möchte sich zu dieser misslichen Lage aktuell nicht äußern.

Der sportlich erfolgreiche Saisonstart mit dem 3:2 gegen einen der Titelfavoriten mag die Verhandlungsbasis verbessern. Doch gegenüber wem? Die Städteregion hatte beim Neujahrsempfang ein städtisches Grundstück an der Richardstraße ins Spiel gebracht. Diese hätte dann auch von den benachbarten Berufskollegs an der Lothringer- und der Beeckstraße genutzt werden können. Doch spielt an dieser Stelle die Stadt Aachen nicht mit. „Dieses Grundstück scheidet definitiv aus”, erklärt Björn Gürtler vom Presseamt. Begründet wird diese Aussage mit den Zuschauerzahlen.

Mehr als 1000 Fans kommen regelmäßig zu den Heimspielen. Das würden die kleinen Straßen im Suermondtviertel nicht verkraften. Alternativen kann die Stadt Aachen laut Gürtler der Alemannia aber auch nicht präsentieren. Die neue Sporthalle für die vierte Gesamtschule an der Sandkaulstraße wird auch nur sieben Meter Deckenhöhe messen. „Derzeit gibt es keine Alternative zur Neuköllner Straße. Das tut uns leid, ist aber so”, sagt Gürtler. Allerdings soll auf besagtem Grundstück neben den Berufskollegs gleichwohl eine neue Dreifachturnhalle gebaut werden. Das jedenfalls hat der Aachener Stadtrat vor gut zwei Jahren beschlossen. Immerhin wird sich die Verwaltungskonferenz der Städteregion heute mit dem Problem der Volleyballerinnen befassen. Ideen müssen schnell aufs Feld geführt werden.

„1018 sind absolute Obergrenze”

Ein Problem gibt es an der Neuköllner Straße nicht nur mit der Hallenhöhe. 1151 Zuschauer wurden zum Saisonauftakt gegen Hamburg gezählt, in der vorigen Spielzeit waren es bisweilen noch ein paar mehr. Doch die Halle ist laut Stadt nur auf 1018 Plätze ausgelegt. 828 Sitz- und 190 Stehplätze. „Mehr gehen absolut nicht. Das Sport- und das Bauamt werden das dem Veranstalter auch so klarmachen”, erklärt Gürtler.„1018 sind die absolute Obergrenze. Diese Zahlen kennt der Veranstalter. Er muss dafür sorgen, dass sie eingehalten werden.” Veranstalter ist die Volleyball-Abteilung der Alemannia. Und bei der sagt Dirk Heinhuis: „Meines Wissens werden die Zahlen eingehalten.”

Die Stadt räumt ein, dass sie die Zuschauerzahlen bislang, laut Gürtler, „nicht so verfolgt hat”. Dabei werden sie seit geraumer Zeit um zehn Prozent und mehr übertroffen. Gegen Wiesbaden waren es 2011 1300 Fans. Die Stimmung ist in der Halle zweifellos prächtig, den rechtlichen Vorgaben entspricht sie aber nicht. „Die Bauaufsicht kann dort nicht mehr Zuschauer vertreten”, betont Gürtler. Und so viel ist damit klar: eine neue Halle bräuchte auch ein paar Plätze mehr. Egal wo.
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