Aachen - Hochschulsport: Trainer fordern Fair Play beim Honorar

Hochschulsport: Trainer fordern Fair Play beim Honorar

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Machten ihren Protest plakativ deutlich: Im Kármán Auditorium unterstrichen Vertreter der Trainerinnen und Trainer ihre Forderunge nach einer angemessenen Honorierung. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Faire Bezahlung vom HSZ für Trainer/innen“ – so konnten die Besucher der Hochschulsportshow in der vergangenen Woche auf einem mehrere Meter langen Plakat lesen. Fünf Mal wurde es im Laufe des Abends gezeigt. Dahinter versammelten sich Übungsleiter vom Turnen, von der Akrobatik, vom Judo, vom Cheerleading und von den Rhönrad-Turnern sowie viele Aktive, die das Publikum zuvor mit ihrem Auftritt begeistert hatten.

„Andere Gruppen, zum Beispiel aus dem Tanzen, hätten es auch gern gezeigt, wie sie im Nachhinein erklärten. Wir hatten aber keine Gelegenheit, sie vorab schon zu kontaktieren“, sprach Alexander Landschek, Obmann Akrobatik im Hochschulsport, im Gespräch mit der AZ von einer breiten Basis der Solidarität unter den Übungsleitern und Sportlern.

„Aktion von Unzufriedenen“ ?

Doch was genau steckt hinter dieser scheinbar spontanen Protestaktion, die Peter Lynen, Leiter des Hochschulsportzentrums (HSZ), im Pressegespräch zur Hochschulsportshow noch als „Aktion von drei Unzufriedenen“ bezeichnete? Die Antwort: Eine schon seit Jahren anhaltende Diskussion um die Honorarstruktur im Hochschulsport. Die sei nämlich, so die Übungsleiter um Sprecher Landschek und Sebastian Klein (Turnen), weder transparent noch gerecht. „Es gibt gefühlt Übungsleiter erster und zweiter Klasse“, so Landschek. Das Honorar bewege sich zwischen acht und über 20 Euro pro geleisteter Kursstunde.

„Dabei geht es scheinbar weder nach Qualifikation der Trainer, noch nach Sportart“, sagte Landschek. „Es kann nicht sein, dass ein Trainer mit Lizenz manchmal weniger bekommt, als einer, der kein Geld und keine Zeit in solch eine Lizenz gesteckt hat.“ Und Klein meinte: „Das ist keine Wertschätzung und auch kein Anreiz, sich in seiner Sportart überwiegend selbst finanziert weiterzubilden.“

Dabei gehe es den Übungsleitern nicht um ein grundsätzlich höheres Honorarniveau. Auch höher bezahlte Trainer, wie zum Beispiel im Cheerleading, stehen hinter der Forderung und würden sich auf eine geänderte Bezahlstruktur nach Qualifikation einlassen. Für einige könnte das Einbußen bedeuten.

Doch zunächst einmal versuchen die Übungsleiter, Licht ins Dunkel der Honorare zu bringen. Ein von Lynen angebotenes Gespräch, das kurz vor der Hochschulsportshow mit sechs Übungsleitern in Vertretung für mindestens 20 stattgefunden hat, brachte da keine neue Erkenntnis. „Man habe im HSZ in den vergangenen fünf Jahren Kriterien und Ideen für eine Neustrukturierung der Honorare gesammelt“, berichtete Landschek von der Unterredung. „Nun wolle man bis Mitte 2017 eine Kostenaufstellung erreichen. Ein Datum für eine neue Struktur wolle man bewusst nicht festlegen.“

Auf Rückfrage der AZ gab Lynen allerdings das Wintersemester 2017/18 als Zielmarke aus. Er habe das Thema Honorarstruktur von seinem Vorgänger übernommen. Jetzt sei man mit dem AStA-Vorsitzenden Wenzel Wittich konstruktiv im Gespräch. „Denn der AStA, nicht das RWTH-Sportreferat ist hier für uns der kompetente Gesprächspartner, weil es um studentische Übungsleiter geht“, so Lynen. Eine Neustrukturierung hänge vor allem auch an den Kosten, gab der HSZ-Leiter weiter zu verstehen. „Es wird nicht für alle die gleiche Aufwandsentschädigung geben, unterschiedliche Qualifikationen müssen berücksichtigt werden.“

In einem Punkt einig

Darin scheint sich der HSZ-Leiter mit den Übungsleitern zumindest einig. Auch wenn man beim gemeinsamen Gespräch eher im Dissens auseinandergegangen zu sein scheint. „Unsere Argumente wurden nicht angenommen“, sagte Lynen. „Man tut sich beim HSZ schwer, nach Qualifikation zu staffeln – auch dort wo Verbände eindeutig ein Struktur vorgeben, zum Beispiel im Turnen oder im Trampolinsport“, hatte dagegen Klein wahrgenommen.

Die Studierenden organisieren nun weiter den Protest, vernetzen sich mit Trainern und Trainerinnen aus allen im HSZ angebotenen Sportarten. „Die meisten wissen gar nicht, dass wir unterschiedlich und qualifikationsunabhängig bezahlt werden“, so Klein. Gleichzeitig signalisieren sie Gesprächsbereitschaft: „Wir bringen uns gern mit Ideen ein. Und wir arbeiten gern ehrenamtlich.“

Das bestätigte auch Lorenz Wutke, Sportreferent für die Aachener Hochschulen: „Gerade die Übungsleiter mit niedrigen Honoraren engagieren sich stark bei den Aushängeschildern Hochschulsportshow, Sportsday und Lousberglauf. Für diesen Einsatz bekommen sie gar nichts.“

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