Hochschulsport: Show-Macher in akademischem Flair

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Tanz, Show und jede Menge Spaß: Bei der Hochschulsportshow von RWTH und FH hatten sich die Studierenden jede Menge einfallen lassen, um die Zuschauer in der Halle auf dem Königshügel zu unterhalten. Das Abschlussbierchen auf der Bühne gab‘s nur für die Kamera. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Cowboys werfen Mädchen mit Puscheln durch die Luft, Cowgirls reiten auf Einrädern, Asterix lässt Menschen-Pyramiden entstehen, die Raupe Nimmersatt wird zum Judoschmetterling – dass Studierende nicht nur in Hörsaal und Seminarraum kreativ und leistungsstark sein können, beweist die Hochschulsportshow in jedem Jahr aufs Neue.

250 Studierende in 15 Acts mit Tanz, Akrobatik, Turnen und auch mit Sportarten, die vermeintlich wenig Showcharakter in sich tragen, waren am Dienstagabend in der Sporthalle am Königshügel dabei.

Judo-Raupe Nimmersatt

So die Judo-Raupe Nimmersatt der Judoka des Hochschulsportzentrums, die aus der für Zuschauer recht komplizierten Kampfsportart ein Show-Event machte, die die Sporthalle zum Kochen brachte. Ganz traditionell, aber nicht weniger begeisternd, war der Auftritt von Thusya Sukukumar, die mit drei Jahren in ihrer Heimat Sri Lanka den traditionellen indischen Tanz Bharatanatyam zu lernen begonnen hat und nun erstmals die Aachener Hochschulsportshow damit bereicherte – zu traditioneller Musik wie zu moderner. Hoffentlich finden sich bis zum nächsten Jahr ein paar Mitstreiter und Mitstreiterinnen.

Auch Männer? Ja, denn grundsätzlich sind im Hochschulsport in allen Disziplinen beide Geschlechter angesprochen – wie der Orientalische Tanz beweist. Die beiden Männer, die zur Truppe von Karima El-Barkani gehören, hielten sich zwar beim Auftritt gentlemanlike im Hintergrund, machten aber mit Rock, Schellenband und Fächerumhang eine ebenso applausfördernde Figur wie ihre Ensemble-Kolleginnen.

„Die Diversität der Disziplinen spiegelt die Diversität der Menschen im Hochschulsport“, zeigte sich auch der Leiter des Hochschulsportzentrums, Peter Lynen, von den sehr unterschiedlichen Auftritten der Hochschulsportshow begeistert. Dabei zeigte die Show nur einen kleinen Ausschnitt der 90 Disziplinen, die in 1300 Kursen jedes Semester Studierenden aller Hochschulen sowie den Bediensteten der RWTH und der FH Aachen angeboten werden. „So erreichen wir auch Menschen, die sich im Schulsport nicht wiedergefunden haben und eher eine negative Beziehung zu Sport hatten“, so Lynen. Das wiederum sei gut für die „psychosoziale Hygiene der Studierenden“ und fördere den fächerübergreifenden Austausch.

Das ist auch ein Grund für die beiden Rektoren der beteiligten Hochschulen RWTH und FH, Prof. Ernst Schmachtenberg sowie Prof. Marcus Baumann, regelmäßig bei der Hochschulsportshow dabei zu sein. Baumann, normalerweise auch am Klavier der FH-Big Band „Full House“ aktiv, musste sich allerdings in diesem Jahr wegen Krankheit vertreten lassen.

Schmachtenberg betonte: „Sport und Wissenschaft gehören eng zusammen. In beidem können die Studierenden angeregt durch Wettbewerb zu eigenen Höchstleistungen kommen. Aber sie lernen auch, ihre eigenen Ressourcen und Fähigkeiten einzuschätzen.“ Und Prof. Josef Rosenkranz, Prorektor für Studium und Lehre der FH Aachen, meinte: „Der Hochschulsport ist wichtig als Bindung zu Standort und Hochschule. Und er erleichtert den Übergang von Schule zu Hochschule.“

Alles super? So werden das drei Hochschulsport-Trainer wohl nicht sehen. Sie überzeugten ihre Gruppen, ein großes Transparent zu zeigen, auf dem die Forderung nach fairer Bezahlung formuliert war. Zum Missfallen von Lynen: „Diese Drei waren mit unserem Gespräch über die Aufwandsentschädigung nicht zufrieden und instrumentalisieren jetzt die Show“, ärgerte sich der HSZ-Leiter. „Aber wir haben hier eben eine ehrenamtliche und halbehrenamtliche Struktur.“ Doch auch solcher Protest sei möglich in der vielfältigen Struktur von Hochschulen und lasse sich gut aushalten, fand Schmachtenberg und meinte mit Blick auf das international geprägte Hochschulsportprogramm: „Wir wollen den Reichtum der Gesellschaften zusammenbringen. Hoffentlich fallen wir nicht hinter dieses Ansinnen zurück.“

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